Goya (Francisco), ausgezeichneter span. Maler und Kupferstecher, geb. 31. März 1746 zu Fuendetodos in Aragonien, wurde nach der Künstleranekdote auf das Zureden eines Mönchs, der ihn zufällig mit einer Kohle einen Esel an die Wand zeichnen sah, einem Maler zur Ausbildung übergeben, ging sodann auf Reisen, studierte eine Zeit lang in Rom und kehrte 190 Spanien zurück, wo er in Madrid schnell Glück machte. Er wurde Günstling Karls IV., der ihn 1789 zum Kammermaler und 1799 zum ersten Hofmaler ernannte, führte einen glänzenden Haushalt und besaß in der Nähe von Madrid ein köstliches Landhaus, wo er Feste gab und sein Atelier hatte. G. malte viel, Kirchenbilder, Allegorien, Porträts, Genrestücke, vor allem aber hat G. sich als Kupferstecher ausgezeichnet. Seine Behandlung hat Ahnlichkeit mit der Rembrandtschen und besteht in der Verbindung von Aquatinta⸗ und Atzmanier, wobei manchmal noch der Grabstichel nachhilft. Vorherrschend ist in seinen Kompositionen ein allgemeines Dunkel, woraus scharf einfallende Schlaglichter die Figuren hervorspringen lassen. Sein bedeutendstes Werk sind die «Phantasiestücker (Caprichos), eine Folge von 80 allegorisch-satirischen Radierungen aus den J. 1793—96. Außerdem sind bemerkenswert: die „Stiergefechtes (Tauromaquia), 33 Blätter; die „Kriegsleidend (Desastros de la guerra), 80 Blätter, Bilder des Jammers, der nach der Abdankung Karls IV. und Ferdinands über Spanien hereinbrach; die Sprichwörter»(Proverbios), 18 Blätter. G. starb zu Bordeaux 16. März 1828. Die Kalko-Leit sei des madrider Museums besitzt den größten eil seiner Kupferplatten und macht davon für den Kunsthandel neue Abdrücke. Vgl. Priarte, (G., sa biographie, les fresques, les eauxfortes et catalogue de l'ouvrer (Par. 1867).