FeedGeyer (Florian)
GeschichteBrockhaus 1882

Geyer (Florian), ein fränk. Edelmann von Giebelstadt nahe Würzburg, der von der romantischen überlieferung vielgepriesene Bauernführer im Deutschen Bauernkriege von 1525. Seine Geburt und frühern Schicksale sind völlig dunkel. Als Rothenburg sich der Bauern 5 anschloß, übernahm er die Cnellun der Bauern dieser Stadt, die er durch Einstellung von Landsknechten zu der gefürchteten, noch am besten disciplinierten Schwarzen Schar ausbildete. Mit dem Hellen Haufen unter Georg Metzler vereinigt, eroberte er Weinsberg, wo Graf Helfenstein durch die Spieße gejagt wurde, und Heilbronn. Hierauf operierte er, wie es scheint, eine Zeit lang getrennt, bis er Anfang Mai wieder zur Belagerung des Frauenberges zu Würzburg zu Metzler stieß. Während er früher der Zerstörung heftiger als die Bauern selbst das Wort geredet hatte, begann er jetzt dem Vertrage geneigt zu werden. Unterdes rückte das Heer des Schwäbischen Bundes unter Georg Truchseß heran. G., der zum Landtage in Schweinfurt und von hier zu Markgraf Kasimir von Brandenburg geschickt war, um Verhandlungen einzuleiten, versäumte dadurch die blutige Sch 2—. bei Königshofen (2. Juni), nahm aber am 4. Juni an dem Kampfe bei Sulzdorf und Ingolstadt teil. Nach tapferm Kampfe gelang es ihm, sich mit ein paar Getreuen durchzuschlagen, aber am 9. Juni wurde er auf dem Speltich, nahe Schloß Limburg, von Wilhelm von Grumbach, seinem eigenen Schwager, überfallen und mit allen seinen Genossen getötet Rob. Heller machte Florian G. zum Helden eines Romans (3 Bde., Frankf. 1848); dramatisch wurde der Stoff behandelt von W. Genast (1857), J. G. Fischer (1866) und Dillenius (1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 7Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6