Ghasna (auch Ghasni oder Ghisni; engl. und franz. Ghazna oder Ghizni), Stadt in dem kabulischen Teile Afghanistans, an der großen pers.⸗ind. Karawanenstraße, 130 km im SSW. von Kabul und 350 km im NO. von Kandahar, am westl. Ausläufer einer 2355 m über dem Meere, doch nicht bedeutend über die Ebene hervorragenden Höhenkette und unweit von den Quellen des Kabulzuflusses Logar gelegen, ist zwar jetzt sehr heruntergekommen, aber noch immer für die Verhältnisse Afghanistans ein bedeutender und durch seine Lage in kommerzieller wie in strategischer Hinsicht wichtiger Ort, wie dessen Einnahme durch die Engländer unter Lord Keane 23. Juli 1838 bewies. Früher war G. eine starke Festung, aber 1842 wurden die Werke von den Briten geschleift. Die Stadt zahlt noch 15000 Häuser, jedoch nur 4000 C., hat als Stapelplatz weitläufige Bazars und in der Nachbarschaft viele Dörfer. Wegen ihrer Lage auf einem hohen Plateau ist sie den äußersten Temperaturextremen ausgesetzt, scharfer Winterkälte und einer Sommerhitze, die der ½. der höllischen vergleicht. Die Trümmer von Alt-Ghasna, welches seine Glanzperiode unter den Ghasnewiden hatte, unter denen es eine der größten und schönsten Städte Asiens war, bis sie im 12. Jahrh. zerstört wurde, liegen 5 kmeentfernt. Alle die Denkmäler, die der berühmte Mahmud errichtete, die herrlichen Bäder, prächtigen Moscheen, reichen Paläste, schönen und zahlreichen Bazars, sind verschwunden. Außer zahlreichen Trümmern in der Umgegend geben nur noch 7½. hohe Minarets, die Gräber Mahmuds, Behlolis des Weisen und Hakim-Sunais, sowie der Damm 1 Zeugnis ihrer ehemaligen Größe und Herrlichkeit. Indes hat sie wegen der großen Zahl mohammed. Heiligen, die in ihr begraben liegen, noch immer einen großen Ruf, wie sie denn früher auch wohl das zweite Medina genannt wurde. Als Ahnherr der nach G. benannten Dynastie der Ghasnewiden wird Alp-Tekin (gest. 976) betrachtet, ein horikischer Türke, der sich als Statthalter der Samaniden zu G. unabhängig machte. Der bedeutendste Herrscher aus dieser Dynastie war der erwähnte Mahmud, mit dem Beinamen der Große, der 997—1030 regierte und sein Reich nicht nur über große Gebiete von Iran und Turkestan erweiterte, londern auch seit 1001 wiederholte Feldzüge nach Osten hin unternahm und sich den ganzen Nordwesten Indiens unterwarf. Unter Mahmuds Nachfolgern verfiel die Macht der Dynastie wieder, bis sie mit Khosru-Melik, der 1186 bei der Eroberung von Lahore durch den Ghuriden Ghaiath-eddin in dessen Hände fiel, erlosch. — Die Bewohner des Landes von G. bildet der Afghanenstamm der Ghilzae oder Ghilsi. ssien (geschichtlich).