FeedGhasel
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ghasel (arab., d. i. Liebesgedicht) ist der Name einer besonders bei den Persern und Türken sehr beliebten Form des lyrischen Gedichts. Es besteht aus zweizeiligen Strophen oder Beits, die durch einen gleichen Reim der zweiten Zeile miteinander verbunden sind; häufig wird nach dem Reim auch ein sinnschweres Wort, ja ein kleiner Satz wiederholt. In der letzten Strophe finden sich stets der wirkliche oder als Dichter gewählte Name (tachallus) des Verfassers. Das G. ist durch seine kunstvollen Reimverschlingungen vorwiegend auf sinnige Beschaulichkeit gewiesen; man könnte es das Sonett des Orients nennen. Als Meister in dem G. gilt bei den Persern Hafis. Glückliche Versuche der Nachbildung dieser Form gaben unter den Deutschen Platen, Rückert, Daumer, Bodenstedt u. a.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 9Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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