FeedGilbert (Nicolas Joseph Laurent)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gilbert (Nicolas Joseph Laurent), franz. Dichter, geb. 1751 zu Fontenoi-le-Chäteau in Lothringen, wandte sich, nachdem er seine Studien vollendet, nach Paris, hatte aber bei seinen religibsen Grundsätzen, die der damals in Frankreich herrschenden Philosophie der Encyklopädisten entgegenstanden, als Dichter wenig Erfolg. Ein Sturz vom Pferde brachte ihn ins Hötel-Dieu, wo er arm und verlassen, fast wahnsinnig 12. Nov. 1780 starb. G. besaß ein kräftiges Talent, und nicht mit Unrecht hat man ihn den franz. Juvenal enannt. Unter seinen Gedichten zeichnen sich besonders aus: Le début poétiques (Par. 1771; vermehrte Aufl. 1772), Le carnaval des auteurso (Par. 1773), „Le 18 siècle, satire à M. Erérono (Par. 1775), Le génie aux prises avec la fortune, ou le poëte malheurenxo (Par. 1772), mit dem er sich um einen Preis der Akademie bewarb, Mon apologie; satires (Par. 1778). Daß er nicht bloß Anlage zur Satire hatte, sondern ein echt lyrisches Talent besaß, bewies er in seiner letzten Ode Le poéëte mouranto, die er 14 Tage vor sei-Unem Ende schrieb. Diese ist eins der vortrefflichsten lyrischen Gedichte der Franzosen. G.s sämt⸗ „liche Werke wurden sehr oft, am besten von Mastrella (Par. 1822) herausgegeben. Gilbert (William Schwench), engl. Lustspiel- und Possendichter, geb. 18. Nov. 1836 in London, erhielt in Great Eating School seine Schulbildung, graduierte als Bachelor of Arts an der Universität London und arbeitete dann von 1857 bis 1862 als Beamter in dem Bureau des Staatsrats. Im J. 1864 wurde er an die Barre des Inner-Temple berufen, trat jedoch nicht in die advokatorische Praxis, sondern wendete sich schriftstellerischer Thätigkeit u, besonders für das londoner Theater, das er seildem mit Wmüsch⸗ Talent durch eine große Anahl meist komisch-possenhafter Stücke bereichert hat. Nachdem 1866 sein erstes Lustspiel Dulcamaray mit Erfolg auf dem St.⸗James-Theater zur Aufführung gekommen war, vollendete G. in ras cher Folge An old scorer, Ihe Princesso (Parodie von Tennysons gleichnamigem Gedicht), «Ages agoy, Creatures of impulsen, A sensation novelo, Happy Arcadia, und die Zauberstücke The palace of thrutho (1870), Pygmalion and Galateay (1871) und The wicked worlde (1873), die in dem WBahnen ein roßea und später auf andern engl. Bühnen ein großes und dankbares Publikum fanden. Ernster gehalten waren die Schauspiele „Charityp und 8Sweetheartso (1874). Doch kehrte G. bald zur Komödie und Posse zurück mit dem Zauberstücke Broken Heartse und der von Arthur Sullivan komponierten komischen Oper Trial by Juryr, die zuerst auf dem Royalty-Theater (1876) über die Bretter ging. Hierauf folgten die ebenfalls von Sullivan komponierte komische Oper „Ihe sorcererv, die Lustspiele On baib (1877) und (NGer-do-Weeb (1878), und 1879 die wieder von Sullivan komponierten komischen Opern Her Majesty's ship Pinaforev, The pirates of Penzancep (4881) und Jolanthen, welche sich großer Popularität erfreuten. G. war auch längere Zeit Mitarbeiter an dem Witzblatt Funv, aus dem er eine Sammlung seiner Beiträge unter dem Titel The bab balladso veröffentlicht hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 37Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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