FeedGilbert (Gabriel)
GeschichteBrockhaus 1882

Gilbert (Gabriel), Zeitgenosse Corneilles und dramatischer Vorläufer Raeines im rührenden Stil, war eine Zeit lang Sekretär der Herzogin von Rohan, dann Resident der Königin Christine von Schweden am franz. Hofe, nach deren Tode er in Armut und Vergessenheit geriet, und starb 1675. Er hatte ein vorzügliches Talent für das Rhetorisch-Pathetische, und obgleich seine Stücke jetzt nur noch den Litterarhistorikern bekannt sind und schon zu ihrer Zeit durch Corneilles und Racines Dramen verdrängt wurden, findet man doch viele wohl Eor schöne Stellen in ihnen, von denen sowohl Corneille als Racine in „Rodogunen und in „FPhèdreo beeinflußt worden zu sein scheinen. G. versuchte sich auch in andern Gattungen der Poesie. Die Tragödie (Télephontes enthält mehrere Verse des Kardinals Richelieu. Nach Ovids Ars amandio schrieb G. eine «Art de plairen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 37Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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