FeedGiljaken
TierreichBrockhaus 1882

Giljaken, ein nicht zur hochasiatischen, sondern wahrscheinlich zur hyperboreischen Rasse gehörender Volksstamm des östl. Sibirien. Sie wohnen am untern Amur und auf dem nördl. Teile der Insel Sachalin, auf beiden Punkten ungefähr zwischen 51 und 54· nördl. Br. Obwohl ihre bisher nicht erforschte Sprache auf den ersten Anblick weder mit dem Tungusischen, noch mit dem Japanischen, noch mit der Sprache der Ainu, mit denen die G. auf Sachalin zusammen wohnen, zusammenzuhängen scheint, so ist es dennoch sehr wahrscheinlich, daß die G. mit den Ainu eines Stammes sind und den aus jener Zeit, wo die Ainu die nördl. Inseln des Japanischen Meers zu bevölkern anfingen, auf dem Festlände zurückgebliebenen Überrest des ainu-giljakischen Volksstamms darstellen. Die Gesamtheit der G. dürfte die Zahl 5000 nicht viel übersteigen. Sie sind Schamanen und schöpfen aus der Jagd und dem Fischfange ihren Lebensunterhalt. Die am Meere wohnenden G. sind treffliche, unerschrockene Seefahrer und treiben auch Handel, indem sie mit ihren Kähnen nach dem Süden von Sachalin fahren, um Felle von den Ainu zu erhandeln und diese dann wieder an die —4 Kaufleute in Nikolajewsk zu verkaufen. (S. Tafel: Denfutow, Menschenstämme, Fig. 19.) Vgl. Wenjukow, «Die russ.⸗asiat. Grenzlander (deutsch von Krahmer, Lpz. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 41Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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