Giotto, berühmter ital. Maler, geb. 1276 in dem florentin. Dorfe Vespignano als Sohn des Bondone, eines Bauern. Die Jugendgeschichte dieses Wiedererweckers ital. Malerei ist legendenhaft überliefert. Als ihn eines Tages, da er Schafe hütete, der damals bedeutendste florentin. Maler Cimabue beobachtete, wie er eins derselben mit einem spitzen Stein auf ein Stück Schiefer zeichnete, bat er G.3 BVater, ihm den Sohn zu überlassen, und nahm ihn mit nach Florenz, wo er ihn in der Malerei unterrichtete. G.s glückliche Anlagen entwickelten sich so schnell, daß er in kurzer Zeit seinen Meister und alle seine Zeitgenossen übertraf. Er drang zuerst unter allen tal. Malern zu einer Art von Naturwahrheit durch, welche die Schranken der bisherigen byzantinisierenden AIbud Darstellung durchbrach. Mit ihm begann das Studium der Wirklichkeit; er wagte es zuerst, dramatische Bewegung und reales Leben darzustellen, und mußte sich eine neue Darstellungsweiie schaffen, da er den Kreis des Darstellbaren außerordentlich erweitert hatte und für — neuen Gedanken zum Teil gar keine Vorbilder besaß. So Char auch zu erklären, daß er besonders auf das episch-histor. Stil im Gegensatz zu dem frühern Idealismus der kirchlichen Kunst begründete. Anordnung und Gewandung sind meist edel und würdig, der Ausdruck oft schon rzüglichf en Werten beitet und wahr. Zu seinen vorzüglichsten Werken gehören die berühmte, aber gegenwärtig sehr modernisierte Naricella in Rom, die Darstellung des Apostels Petrus, der auf dem Wasser geht, in musiwischer Arbeit; in Florenz, außer zahlreichen Temperabildern, ein Abendmahl im Refektorium zu Sta.⸗Croce und eine Altartafel, die Krönung der Maria darstellend, in der Kirche dieses Klosters, das einzige mit G.s Namen bezeichnete Bild; die Fresken über dem Grabe des heil. Franziskus zu Assisi, sein Hauptwerk; in Padua die Fresken in der Kapelle der Scrovegni bei den Eremitanern (1306). Neuerdings wurde in Florenz ein Teil seiner Fresken in der Kapelle des Palastes des Podestä, darunter das Bildnis des jungen Dante, der ihm befreundet war, wieder aufgedeckt. Seine Vaten im päpstl. Palast 9 Avignon sind großenteils untergegangen, die in Neapel, wohin er 1330 vom Könige Robert berufen worden war, sind bloß von ihm beeinflußt. Der schöne Glockenturm am Dom (Sta.⸗Maria del Fiore) 5 Florenz ist nach seiner Zeichnung gebaut und die Basreliefs daran sind von ihm ausgeführt. Er 7 8. Jan. 1336 zu Florenz und wurde im Dom begraben, wo nachmals die Republik ihm eine Denktafel mit seinem Reliefbildnis (von Benedetto da Majano) aufrichten lies. kaler Abgeordneter, geb. 5. April 1815, Sohn von ban de Buntertand von G., ständigem Abgeordneten des Ritterstandes (geb. 1784, gest. 1845), im Befreiungskriege thätig, Enkel des berühmten Joget. Freiherrn von G. (geb. 7. Mai 1750, est. 1812), der die Landesverteidigung 1809 mit arn organisierte und die finanzielle Leitung der nsurrektion führte. G. studierte die Rechte, be-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VIII. dlet seine Richteramtspraxis in Innsbruck, setzte ieselbe als Landesgerichtsrat in Bozen und als Oberlandesgerichtsrat in Innsbruck fort. Seit 1861 gehört G. dem tiroler Landtage als Vertreter der Landgemeinden um Bozen, seit 1867 dem Abeordnetenhause als einer der Führer der klerikalen artei an. [Bologna (Giovanni da).