Giunti oder Giunta (auch Junta, Degionta, im venetian. Dialekt Zonta) berühmte alte Buchdruckerfamilie, stammte aus Florenz, wo diese Familie schon im 14. Jahrh. urkundlich vorkommt. Nach dem Patent vom 22. Sept. 1504 zu schließen, hatten die Brüder Luca Antonio und Filippo bereits mehrere Jahre An Florenz den Buch-Bened betrieben, als Luca Antonio (1480) nach enedig übersiedelte, wo er 1482 sein erstes Werk verlegte. Bis 1510 ließ er bei verschiedenen Buchdruckern drucken, das im J. 1510 erschienene Pontificalis Libero trägt die Unterschrift Cura atque sumptibus Lucae Antonii Juntaen. Von 1522 bis 1625 erschienen in diesem Verlag 11 lat. Ausgaben des Galen, während die griech. Ausgabe desselben Autors von Aldus Manutius keine neue Auflage erlebte; die vier letzten Auflagen sind die schönsten. Lucas Antonius starb 1537 oder 1538. Er hinterließ drei Söhne: Mariotto, Gio-Maria und Thomas, der letztere führte das Geschäft unter der Firma: Erben des Lucas Antonius Junta, fort. Nach Tommaso wurde das Geschäft von einem andern Tommaso, einem Enkel des Gio-Maria, forteführt, dann von einem florentiner Verwandten odesto. In den J. 1644—48 lautete die Firma Junta u. Baba, der letzte Druck der venediger Ofsizin scheint 1657 gewesen zu sein. Filippo G., der in Florenz gebliebene Bruder des Luca Antonio, errichtete 1497 eine Druckerci, in welcher mit den berühmten florentiner griech. Typen des 1488 erschienenen Homer enobii Proverbia erschien, bald darauf (1500) mit denselben Typen „Orphei Argonauticas, letzterer Druck ist sehr selten und wird auch höher als enobiusv geschätzt. Hierauf druckte er die berühmt gewordenen lat. und ital. Oktavausgaben der Klassiker mit Aldinischer Kursiv; erst 1514 lieferte er wieder griech. Drucke. Nach seinem Tode 1517 setzten seine Söhne Benedetto und Bernardo, die ihren Vater schon früher unterstützt hatten, das Geschäft unter der Firma: Erben des Filippo Junta, fort. Sie veröffentlichten die berühmte Quartausgabe von Boccaccios Decameroned, welche als Muster der spätern Ausgaben diente, bis die Entdeckung eines Manuskripts vom J. 1384 ihren Wert verringerte. Bernardo gab auch einzelne Werke auf eigene Rechnung heraus. Die florentiner Familie erwarb zwar nicht den Reichtum der venetianischen, aber größern Ruhm in dem Kreise der Bücherfreunde. Bernardo starb 1550 oder 1551, ein im letzten Jahre erschienenes Buch trägt die Firma: Erben des Bernardo Junta. Die Druckerei bestand bis ins 17. Jahrh., ein im J. 1604 ausgegebener Katalog wurde von den Erben Filippos veröffentlicht. Ein Ja obus Franziskus G. machte sich in Lyon von 1520 an als Nachdrucker der Aldinen bemerkbar; er hinterließ zwei Töchter, Jeanne und Jacqueline, welche Buchdruckerei und Buchhandel fortführten; das Haus bestand 1600 noch. Ein Jacopo de G. druckte 1525 zu Rom, 1527 zu Venedig. Ein Cosimo Junta druckte zu Florenz, ein Juan Junta 1526 zu Burgos, 1534 zu Salamanca, Filippo Junta 1582—93 zu Burgos, Luca Junta 1582 zu Salamanca, Giulio G. 1595 zu Madrid, starb 1618; Thomas Junta, 1594 ebenfalls zu Madrid, wurde 1621 königl. Buchdrucker und druckte bis 1624. Auch Pierre de l'Arrivey, der 1579 nach Troyes in der Champagne kam, Astrologie lehrte, Almanache und Komödien machte, soll ein Zweig dieser Familie mit französiertem Namen sein. Vgl. Bandini, De Florentina Juntarum typographia (Lucca 1791); A. A. Renouard, Annales de Pimprimerie des Aldeso (3. Aufl., Par. 1834).