FeedGryphius (Sebastian)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gryphius (Sebastian), berühmter Buchdrucker und Buchhändler, geb. 1493 zu Reutlingen, wahrscheinlich der Sohn des Michael Greyff, welcher 1486—96 zu Reutlingen druckte, kam schon jung nach Lyon und druckte von 1528 bis 1555 gegen 300 Bücher. Sein erstes Werk war ein Gebetbuch in lat., griech. und hebr. Sprache, seine berühmtesten sind seine lat. Bibel von 1550 und der Thesaurus Linguae Sanctaep von Sanctès Pagnin 1529 in hebr. Sprache, das mehr als 3000 Foliokolumnen umfaßt. G. druckte Hebräisch, Griechisch, Lateinisch, aber wenig Französisch. Mit Vorliebe verwendete er die Aldinische Kursiv. Er wurde von den Gelehrten gefeiert; Dolet widmete ihm das vierte Buch seiner Poesien. Er starb 7. Sept. 1556 zu Lyon. Sein Sohn Antoine G. setzte das Geschäft fort und druckte die zweite Auflage des Thesaurusp; anfangs strebte er auch nach Ruhm, seine spätern Drucke zeigen aber Nachlässigkeit und er soll arm gestorben sein. — Franz G., Bruder des Sebastian, bediente sich mehr der Antiqua, als der Kursiv. — Den Namen G. oder Greif führte noch mancher Buchdrucker: ein Johannes Griffio druckte 1544—68 zu Venedig, ein Alexander Griffio 1581 ebendaselbst; 1563 existierte zu Padua ein Christoph Gryphini; auch in Deutschland und Holland kommt dieser Name vor; aber weder der Name noch das ihm gemeinschaftliche Zeichen des Greifs verbürgt die Familienverwandtschaft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 580Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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