Giunlio, Münze, s. Paolo. Giulio Romäno, mit seinem Familiennamen Giulio Huler dei Gianuzzi, berühmter ital. Maler, Schüler Rafaels, wurde in Rom 1492 (nach andern 1498) geboren. Er wandte sich von allen durch Rafael eröffneten Bahnen am liebsten der antiken Welt zu, zur religiösen Malerei hatte er geringere Anlage. Außerdem that er sich auch in der Baukunst hervor und schuf prächtige Schlösser und Villen. An mehrern von Rafaels wichtigen Werken hatte er großen Anteil, so an der heiligen Familie im Louvre und an der Transfiguration im Vatikan; auch an den Rafaelschen Fresken in den Loggien und Stanzen des Vatikan und in der Farnesina (Geschichte der Psyche) sind mehrere große Partien von seiner Hand oder unter seiner Leitung ausgeführt. Zu seinen e En selbstständigen Werken, die noch Rafaelsche Einwirkung erkennen lassen, gehören die malerischen und dekorativen Ausschmückungen der Villen Madama und Lante, welche er beide, erstere nach Rafaels Anlage, erbaut hatte. Außer seinen Tafelbildern früherer Zeit ist als Hauptwerk die Steinigung des heil. Stephan auf dem Hochaltar der nach diesem Heiligen benannten Kirche zu Genua anzuführen, das in der Farbe an die Transfiguration erinnert. Ein sehr bekanntes und beliebtes Bild aus der ersten Zeit seiner Selbständigkeit ist eine heilige Familie (in Dresden), welche die Mutter im Begriff zeigt, das Kind zu waschen. Von ihm ist auch das für die e der emalte Marienbild des Hochaltars der Kirche der Anima in Rom. Nach Rafaels Tode vollendete er mit Penni die Gemälde des Konstantinsaales im Vatikan. Eine neue Richtung trat bei ihm hervor, als er vier Jahre später dem Rufe des Marchese Federigo Gonzaga nach Mantua folgte, wo er sich nun weder Rafael noch den Mustern der Antike gegenüber befand. Dagegen wird nunmehr der Einfluß Michel-Angelos i merkbar. In Mantua führte er eine Menge von Kirchen, darunter das Innere von Sant'⸗Andrea, und Palästen auf, leitete deren reiche Dekoration, schmückte sie mit deoße Wghlr und versammelte zu dem Zweck eine große Anzahl von Schülern um sich. Für seinen Gönner erbaute er den berühmten Palazzo del Te, den er mit einer Fülle von Gemälden (Sturz der Giganten, Liebesgeschichten der Götter, Amor und Psyche) zierte. In diesen Bildern findet sich ein phantastisches, selbst wildes Element, dessen effektvolle Wirkung indes nicht zu leugnen ist. In einem besondern Pnme stellte er den Triumphzug des deutschen Kaisers Sigismund dar (gestochen von Bartoli). Was er hier gemalt hatte, konnte er, als Kaiser Karl V. Mantua besuchte, in Wirklichkeit in Scene Fellie indem er die ganze äußere Entfaltung der IZweck err leitete. Bleibender als die zu diesem weck errichteten Dekorationen waren die Verschönerungen, welche die Stadt unter seiner architektonischen Hand erfuhr. Diese Wirksamkeit dehnte sich sogar ber die ganze Lombardei aus. Zu seinen besten Leinwandbildern gehören die Madonna della Gatta in Neapel, die heil. Margarete im wiener Belvedere und die Marter des heil. Stephan in Genua. G. starb in Mantua 1. Nov. 1546. Mare Anton hatviele Entwürfe G.s gestochen.