FeedGlasfaden um dasselbe gelegt
TechnikBrockhaus 1882

Glasfaden um dasselbe gelegt, worauf der Glasmacher mit Hilfe einer entsprechend gestalteten Schere dem Mundstück die gewünschte Form erteilt. Die fertige Flasche wird nach dem Kühl-Git gebracht, einer überwölbten, mit Stirn⸗ und eitenmauern versehenen Kammer, die beim Einbringen der zu kühlenden Gegenstände auf die Temperatur derselben erhitzt sein muß. Ist der Kühlofen gefüllt, so wird das Feuer entfernt und es nimmt nun die Temperatur langsam ab. Die Dauer des Kühlprozesses beträgt zwei bis drei Tage, nach welcher Zeit der Ofen entleert wird. schen ist die der großen, fast uvunden Glasballons, welche namentlich zur Aufbewahrung und Versendung von Säuren dienen. Da die Lunge des Arbeiters das zum Aufblasen der ziemlich großen Glasmasse Debient de Luftquantum nicht zu liefern vermag, bedient man sich (sofern nicht, wie dies in neuerer Zeit in Frankreich gebräuchlich, Apparate zur Verfügung stehen, die ein Blasen mittels komprimierter Luft gestatten) eines besondern, allerdings einen gewissen Grad von Geschicklichkeit voraussetzenden Kunstgriffs. Der betreffende Arbeiter nimmt nämlich, nachdem er die Glasmasse einigermaßen aufgeblasen hat, ein wenig Wasser in den Mund, treibt dieses durch Blasen in die Pfeife und den begonnenen Ballon und hält mit dem Daumen die Mündung der Pfeife zu. Der sich alsbald entwickelnde Wasserdampf treibt den Ballon bis zu der gewünschten Größe auf. Mehr Geschicklichkeit als die Flaschenfabrikation im Whalhwer erfordert schon die Anfertigung der aus halbweißem und weißem Hohlglas hergestellten Gegenstände, als Gläser, Bierseidel, Wasserflaschen, Glasröhren u. s. w., welche meist auf dem Glasmacherstuhl die Vollendung ihrer Form erhalten (Fig. 10). Eine Ausnahme hiervon bilden die Medizingläser und Lampencylinder, welche neuerdings fast ausschließlich in zweiteiligen, +1 Auseinanderklappen eingerichteten Formen gelasen werden, sowie die aus freier Hand an der Pfeife erblasenen Ballons und Retorten für den Gebrauch in chem. Fabriken und Laboratorien. Fig. 10 der Tafel zeigt als Beispiel der Stuhlarbeit die Herstellung eines Bierseidels, wobei die einzelnen Phasen der Arbeit aus der Abbildung klar zu ersehen sind. — alles Hohlglas muß, um in den Handel geracht werden zu können, nachdem es geformt und gekühlt ist, einer weitern Bearbeitung, dem Schliff, unterworfen werden, welcher oft nur in dem Abschleifen der Nabel oder in dem Einschleifen des Stöpsels in den Flaschenhals besteht. Bei vollständiger Durchführung zerfällt diese mechan. Bearbeitung, die auf den Hohlglashütten ein zahlreiches Personal beschäftigt, in drei gesonderte Operationen: das Rauhschleifen, das Klarschleifen und das Polieren, von welchen jedoch bei gewöhnlicher Handelsware meist nur die erste zur Anwendung kommt. benn Schleifen dienen rotierende Scheiben, und zwar enutzt man für den Rauhschliff eine Scheibe aus Gußeisen, auf welche beständig mit scharfkantigem Sand versetztes Wasser träufelt. Soll z. B. der Bodennabel eines Glases abgeschliffen werden, so lt die Arbeiterin das Glas mit der betreffenden telle gegen den Umfang der Scheibe. Um an den Gegenständen größere ebene Flächen zu schleifen, wird statt am Umfang auf der ebenen Seite der Platte geschliffen, auch werden alsdann Aurch horizontale Schleifräder verwendet. Da dur den Sandschliff rauhe und tkel, um 6o Flächen entstehen, werden bessere Artikel, um sie klar zu schleifen, noch auf einer stets naß erhaltenen Scheibe von feinkörnigem Sandstein bearbeitet, douciert oder dossiert, wonach ihnen mittels Scheiben von weichem Holz, Blei oder Kork, unter Zuhilfenahme von Colcothar (Eisenoxyd, Englischrot), die Politur erteilt wird. Sehr große Aufmerksamkeit muß auf die Herstellung der Glasröhren verwendet werden, da diese an allen Stellen möglichst gleich weit sein müssen. Auch hierbei sammelt der Bläser zunächst eine genügende Menge G. an seiner Pfeife und formt daraus einen hohlen, eiförmigen Körper. Während dieser Zeit nimmt der Gehilfe mit seinem Stabe leichfalls etwas G. aus dem Hafen und hält es so lange in die Arbeitsöffnung, bis der Bläser fertig ist; alsdann +. er sein Eisen der Pfeife gegenüber rasch an das Arbeitsstück und beide lassen ihre Werkzeuge rasch, aber vollkommen gleichmäßig rotieren und gehen hierauf schnell in entgegengesetzter Richtung voneinander. Die eiförmige Masse verengt sich zunächst in ihrer Mitte und nimmt dann immer mehr die Form einer Röhre an, als welche sie Zuletzt eine ½7 von 20—-30 m hat. Fig. I1 der Tafel zeigt das Blasen einer Krystallnch che in der Form. Dieselbe besteht, wie ersichtich, aus mehrern Teilen, von denen der obere erst aufgesetzt wird, wenn die Glasmasse in den Innenraum eingebracht ist. Der untere Teil der Form stellt ein einziges Stück dar und ist nur mit einigen feinen Offnungen versehen, damit die eingepreßte Luft entweichen kann. Das Formstück für den Hals besteht aus zwei Hälften, die um ein Scharnier drehbar sind; um diese Hälften schließen zu können, sind zwei hebelförmige Ansätze angebracht, in welche hölzerne Handgriffe eingeschraubt werden. Die weiche „Glasmasse wird durch die eingeblasene Luft an die Wandung der Form gedrückt und es treten daher Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VIII. alle serttaen Otm der letztern als Erhöhungen auf dem fertigen Stück hervor. Wenn die Form innen ganz glatt und rund ist, wird die Glasmasse während des Blasens gedreht, wodurch die Politur wesentlich schöner ausfällt; bei gerieften oder kantigen Trehen wie die in Fig. 11 dargestellte, muß dieses rehen selbstverständlich unterbleiben. Einen ganz besondern Zweig der Glasmacherei bildet die Herstellung des Fenster- oder Tafelglases, das als Mond- und als Walzenglas angefertigt wird. Während früher hauptsächlich Mond-Wl fabriziert wurde, ist dasselbe heute durch das alzenglas fast vollständig verdrängt worden. Bei der Herstellung des Mondglases nimmt der Glasmacher eine kleine Menge G. aus Ofen und blast dasselbe auf, schränkt dieses hierauf hab und fängt nun nach und nach unter fortwährendem Drehen der Pfeife das erforderliche Quantum G. Der Gehilfe bläst die Masse weiter auf, während der Meister die Pfeife und mit ihr den Glasklumpen auf der Motze fortwährend dreht, worauf der Glasklumpen wieder am Ofen angewärmt wer⸗ [den muß. Alsdann wird der Durchmesser Hohlraums durch Weiterblasen unter beständigem Umdrehen vergrößert, das G. von neuem angewärmt und Pfeife und G. möglichst rasch bei horizontaler Lage der Pfeife gedreht. Infolge der Centrifugalkraft streben die Teilchen der weichen Glasmasse nach außen und die Kugel plattet sich nach und nach zu einem flachen Cylinder ab, der in der Mitte des Bodens etwas dicker im G. ist. An diee Stelle, dem sog. Ochsenauge, heftet der Gehilfe einen Stab an, worauf der Glasmacher die Pfeife absprengt. Das so weit vollendete Stück wird durch die aus der Mündung des sog. Auslaufofens herausschlagende Flamme erwärmt, und bei fortwährendem schnellen Drehen der Pfeife streckt sich der anze Cylinder in wenigen Augenblicken zu einer fla n Scheibe, die Annto vom Hefteisen abgesprengt und nach dem Kühlofen geschafft wird. Bei Herstellung der Glastafeln, des Walzenglases (Fig. 12), befestigt der Glasmacher zunächst eine möglichst große Menge G. derart an den Knopf der Pfeife, daß sie mittels eines Halses an derselben hängt und vorzüglich nach dem vordern Teil, von wo aus die Austreibung zu einer Walze stattfindet, zusammengedrängt ist (a). Nachdem die Masse gehörig vorgewärmt ist, hält sie der Bläser senkrecht über seinen Kopf und bläst hinein, wodurch ein Ballon von geringer Höhe und größerer Breite entsteht, indem sich besonders der dünnere Hals ausdehnt (h). Nachdem so der richtige Durchmesser des zu erzenenden Cylinders hervorgebracht ist und der Hals sich so weit abgekühlt hat, daß er seine Form nicht mehr verändern kann, bringt der Arbeiter die Pfeife in die umgekehrte Lage und bläst unter fortwährendem Schwenken kräftig Luft hinein, damit sich die Glasmasse in die Länge strecke und die Form eines oben und unten geschlossenen Cylinders annehme (e). Hierbei kühlt sich die Glasmasse so weit ab, daß sie ihre Teibt nicht mehr ändert. Alsdann wird der untere Teil im Ofen wieder glühend gemacht und so viel Luft eingeblasen, daß die erweichte Stelle platzt (d). Die so entstandene Offnung wird mit einer Schere gerade geschnitten und mit der Auftreibschere (s. d. erweitert, sodaß der Cylinder nach unten vollständig geöffnet und nur nach oben geschlossen ist. Endlich wird derselbe, um ihn von der Pfeife abzusprengen, mittels eines rotglühenden Eisens an der betreffenden Stelle erhitzt (e) und hierauf durch einige Tropfen Wasser rasch abgekühlt, sodaß er durch einen kreisförmigen Sprung von der Pfeife getrennt wird. Der jetzt fertige Glascylinder muß gestreckt werden, welche Operation in folgender Weise vorgenommen wird: Mehrere Cylinder werden, nachdem sie durch einen parallel zur Achse laufenden Schnitt aufgesprengt sind, nacheinander in den Streckofen geschoben, sodaß jeder einzelne auf immer heißere Stellen der Bodenplatte dieses Ofens kommt. An der heißesten Stelle ist die sog. Streckplatte angebracht, die aus einer seinen Thonmasse möglichst eben und fest hergestellt ist. Hier wird der Cylinder mittels eines Stabes geöffnet (f), sodaß er sich platt auf der Unterlage ausbreitet, und alsdann mittels des Polierholzes nachpoliert. Das letztere verkohlt durch die starke Hitze der Glasmasse an seiner Oberfläche und gleitet ebendeshalb so sanft auf der Glastafel, daß dieselbe keine Beschädigung erleiden kann. Hierauf werden die Tafeln nach einem weniger heißen Raum des Ofens geschoben, wo sie bald erstarren, und noch warm in vertikaler Stellung an Eisenstäbe angelegt. Ist der ganze hierzu bestimmte Raum mit Glastafeln gefüllt, so schließt man den Raum und läßt die Tafeln langsam abkühlen. Das zu manchen Zwecken verwendete gerippte G. wird in der Weise hergestellt, daß der Glasbläser den Glasklumpen in eine mit Irasne pme Riffeln versehene eiserne oder messingene Form einbläst. on den bleihaltigen Gläsern ist zunächst das Krystallglas zu erwähnen, welches sich durch absolute Farblosigkeit auszeichnet. Durch das im Glassatz enthaltene Bleisilicat erlangt diese Glasart ein hohes spezifisches Gewicht, sehr schönen Glanz, Klang und starkes Lichtbrechungsvermögen. Aus Krysta 7 h aus 25 man alle diejenigen Gegenstände, die auch aus Weißhohlglas hergestellt werden, in der bereits beschriebenen Weise; dagegen werden ——1 später einem ausgedehntern Schleifprozeß unterworfen. Ein dem Krystallglas ganz ähnliches bleihaltiges G., das aber vorwiegend zu optischen Zwecken benutzt wird, ist das Flintglas (s. d.). Da es hierbei hauptsächlich darauf ankommt, Gläser zu liefern, welche in allen ihren Teilen gleiches spezifisches Gewicht und gleiche Zusammensetzung, also auch gleiches Lichtbrechungsvermögen zeigen, muß auf die Herstellung dieser Glassorte ganz besondere Sorgfalt verwendet werden. Die Linsen eines optischen Leis austlairetem teils aus bleihaltigem Flint⸗, teils aus bleifreiem Crownglas (s. d.). Von Strasser in Wien wurden zuerst vorzügliche farblose und sehr bleireiche Kaligläser hergestellt, welche zur Imitation von Edelsteinen Verwendung sinden, indem man ihnen durch Zusatz verschiedener Metalle und Metalloxyde die entsprechenden Farben verleiht. Diese Glasmasse, nach dem Erfinder Straß genannt, bildet in geschmolzenem Zustande die Glasflüsse oder Glaspasten, aus welchen die Steine hergestellt werden, die sich von den echten fast nur durch ihre geringere Härte und ihr größeres spezifisches Gewicht unterscheiden. Farbloser Straß, diamantähnlich geschliffen, dient zur Herstellung der Glasdiamanten. Eine Zusammensetzung haben die Schmelzgläser (Emai welche hauptsächlich von Salviati in Murano bei Venedig, von der Raitat Vaticana in Rom und von der kaiserl. Mosaikfabrik in Petersburg hergestellt werden. Diese Gläser fanden schon früh zur Ausschmückung von Metallgegenständen oder andern Gläsern Anwendung, namentlich auch zur Herstellung von Glasmo . aik. Unter letzterer versteht man gemäldeartige Darstellungen, die aus verschiedenfarbigen, undurchsichtigen Glasstängelchen oder Fäden derart zusammengesetzt werden, daß man auf einer mit weichem Kitt überzogenen Platte kurze Stückchen derselben entsprechend nebeneinanderstellt, die Oberfläche abschleift und poliert und schließlich die feinen Fugen mit passend gefärbtem Wachs ausfüllt. Im Handel kommen die Emailgläser in Gestalt von Stangen runden oder rechteckigen Querschnitts, sowie als Pasten vor. Man unterscheidet verschieden gefärbte, durchsichtige oder auch undurchsichtige (opake) Emails. über Alabasterglas, Eisglas, Milchglas und Musselinglas, nach + Aussehen benannte Glasarten, deren Herstellungsweise keine besondern Eigentümlichkeiten hat, s. die Spezialartikel. Große Hoffnungen wurden seinerzeit * das im J. 1874 von dem Franzosen Royer de la Bastie erfundene Hartglas gesetzt, welche sich indes nur zum Teil erfüllt haben. Die Eigentümlichkeit des Hartglases besteht in erhöhter Widerstandsfähigkeit gegen Stoß, Schlag und plötzlichen Temperaturwechsel. De la Bastie stellt sein Hartglas in der Weise dar, daß der fertige Glasartikel bis zur Badans Rotglut erwärmt und alsdann in ein ad aus Fett, Harz, Ol, leicht schmelzendem Metall u. s. w. von 2—300“ C. getaucht wird, in welchem man ihn vollständig erkalten läßt. Nach de la Bastie traten zahlreiche andere Erfinder auf, deren Verfahren jedoch sämtlich dem bezeichneten ähnlich waren; so namentlich Pieper in Dresden, Meusel in Geiersthal, Pohl in Josephinenhütte, Stahl in Berlin und Boistel u. Leger in Paris. Friedrich Siemens in Dresden stellte zuerst sog. Iune artglas dar, indem er rotwarmes G. dem rucke starker Pressen aussetzte, welches Verfahren namentlich zur Herstellung von gehärtetem Tafelglas Verwendung findet. Die Herstellung aller beschriebenen Glasarten und Artikel erfolgt in den Glas hütten; in Fig. 13 der Tafel ist das Innere einer solchen Hütte und die Arbeitsweise derselben veranschaulicht. Während alle diese Vorgänge in das Gebiet der eigentlichen Glasfabrikation gehören, gibt es eine Reihe von Operationen, die mit dem fertigen G. vorgenommen werden und die man mit dem Gesamtausdruck Glas raffinerie bezeichnet. Eine scharfe Grenzlinie läßt sich Kicemch nicht Gsanda manche Verfahren mit gleichem Recht zur Glasfabrikation wie zur Glasraffinerei gezählt werden können. Eine der wichtigsten Raffinierarbeiten ist das Schleifen feinerer Glaswaren, welches mit Hilfe kleiner Schleifscheiben und Schleifsteine auf einer Art Drehbank vorgenommen wird, wie aus der Abbildung Fig. 14 der Tafel zu ersehen ist. Die Arbeit des Schleifers ist das Facettieren und Glätten der Ränder, das Ebnen der Böden und die Umwandlung der sphärischen oder cylindrischen Formen der Obiekte in eckige oder prismatische. Alle andern Arbeiten, wie das Ausheben verschiedener Verzierungen, die Hervorbringung von Steindelschliff (Brillantschliff) durch verschiedene Lagen sich kreuzender Rinnen, deren Zwischenräume Quadrate, Oktogone oder andere olygonfiguren bilden, welche dann wieder facettiert werden, sowie Juchen der auf nach zwei Richtungen gekrümmten Flächen der Gefäße oder anderer Artikel gehören zu der Beschäftigung des sog. Kuglers, der ganz andere Werkzeuge als der Schleifer anwendet. Gleichfalls zu den Raffinierarbeiten gehört die Fabrikation der Filigranartikel, welche aus einzelnen farbigen Stäbchen oder Fäden hergestellt werden (. Fadenglas); der unter dem Namen Milleflori bekannten kleinen Glasgegenstände (Briefbeschwerer, Dosen, Schalen u. . w.), welche im Innern Blümchen und andere zierliche Ornamente zeigen; des Brokat⸗ oder Flimmerglases, welches aussieht, als ob Gold untergelegt wäre; die Fabrikation der Glasperlen, die entweder aus Glasstäben oder Glasröhren, oder auch durch Blasen an der lasbläserlampe — einer Art Lötlampe — erdur d werden. An dieser Lampe wird auch die Prozedes Glasspinnens (s. Glasspinnerei) vorgenommen. Das Färben der Gläser erfolgt dur Zusatz verschiedener Metalloxyde; je nach der Wahl der lehtern kann man gelbes, braunes, blaues, grünes, schwarzes und rotes G. in den verschiedensten Nuancen herstellen. Eine Spezialität des roten G. ist das sog. Goldrubin, welches durch jede Goldverbindung, die sich innig mit dem Satze mischen läßt, herzustellen ist. (Vgl. Goldpurpur.) Litteratur. * „Die Glasfabrikationo Graunschw. 1875); Kerl und Stohmann [Mus43. Na „(Encyklopädie der technischen Chemiev (3. Aufl. Bd. 3, Braunschw. 1876); Kick und Gintl, Karmarsch und Heerens Technisches Wör⸗ „Die Kunst des G. beruht auf dreierlei ästhetischen Momenten, auf Form, Farbe und Transrenz. Die beiden ersten teilt das G. mit andern unstzweigen, die Transparenz ist sein eigen. Die Transparenz ist es auch, welche der Form und der Farbe ihre Besonderheit verleiht, daher sie bei jeder künstlerischen 33 macg a zu beachten ist. Böllig opak gemachtes G. nach Art des Porzellans oder der Fayence mit hinzugefügter Bemalung ist ein ästhetischer Irrweg. Alle großen Kunstepochen des G. haben auch dieses Gesetz beobachtet. Diese Epochen sind drei: das Altertum, die der Renaissance und die neuere Zeit seit dem 17. Jahrh. Diese drei Blütenepochen der künstlerischen Glasfabrikation sind aber verschiedene nach Art wie Ortlichkeit. Das antike G. begann im höchsten Altertum in Agypten, dessen Wandbilder bereits Darstellungen der Bearbeitung mit Schmelzofen feifen und Gebläse geben, ging von Agypten na hönizien, dem fälschlich die Erfindung zugeschriewird, dann nach Griechenland und Italien, und erreichte seine höchste Blüte in den ersten hunderten der röm. Kaiserzeit. Das G. der Renaissance hatte im 15. und 16. Jahrh. seinen bevorzugten Sitz in Venedig mit den Fabrikstätten auf der Insel Murano, und als dieses venetianische G. an Bedeutung sank, erhob sich in dritter Epoche, etwa seit der Mitte des 17. Jahrh., das böhmische G., dem das englische bis in die neueste Zeit folgte. Erst seit der Mitte des 19. Jahrh. kann man eine vierte Epoche datieren; doch ist dieselbe noch nicht abgeschlossen, und ihre Wesenheit besteht nicht in Uüsuna der O. sondern in Aufnahme und Weiterbildung der Besonderheiten der vorausgegangenen Glasepochen. So wenigstens bis heute. Den drei großen genannten .½ entsprechen auch drei verschiedene Arten des Kunstglases, verschieden nach Technik und nach äußerer Erscheinung. Allen dreien zwar ist die Bearbeitung durch Schmelzung, durch Herausblasen der Form und nachträgliche Behandlung mit Eisen, mit Schleifen oder Gravieren gemeinsam, aber indem eine jede Epoche auf die eine oder andere Technik den Nachdruck legt, sind die charakteristischen Unterschiede entstanden. So läßt sich — in richtig verstandener Auffassung — das antike G. als das musivisch zusammengeschmolzene bezeichnen, das venetianische als das (vorzugsweise) geblasene, das moderne böhmisch-englische als das geschliffene. Was sonst anderswo in andern Ländern an Glasgegenständen fabriziert worden ist oder heute fabriziert wird, das folgt der einen oder der andern Richtung. Das Mittelalter hat keinen besondern Glasstil gekannt oder geübt; das G. für Gefäße wurde in jenen Rubrden sehen bis zum Emporblühen der venet. Fabriken sehr wenig oder gar nicht in künstlerischem Geiste behandelt. Dafür hatte das Mittelalter im Norden seine Glasmalerei und im Süden seine Wände bedeckende Glasmosaik, zwei Künste, die mehr der Malerei angehören als der Glasfabrikation oder dem Kunstgewerbe. Das antike G. also, künstlerisch betrachtet, ist das musivisch zusammengeschmolzene. Das ofaik setzt seine Steine oder Glaswürfel mechanisch zusammen, das antike G. verschmilzt farbige Pasten zu einer Masse. Die Technik ist keine andere, als wie sie heute in antiker Tradition die Venetianer üben. Die Pasten in Form von cylinderförmigen Stäben werden aneinander geschmolzen, gedreht, durch Blasen auseinander gebreitet, oder es wird die Form aus der so bereiteten Masse hohl herausgeschliffen. Die farbige Zeichnung, welche durch die ganze verschmolzene Masse hindurchgeht, bildet das hauptsächlichste künstlerische Motiv, die Form des Haer teht in zweiter Linie. Die Zeichnung bildet Zacken, Wellenornamente, geometr. Ornamente, Laub, Ranken, Blumen, selbst Köpfe und Figürchen, alles in Anbetracht der Technik von äußerster Kunstfertigkeit. Die Form der Gefäße schließt sich denen der antiken Terracotten an; nur sind die Profile mehr gerundet, weniger scharf an den Kanten und weniger reich gegliedert. (S. Tafel: Glas II (Kunsterzeugnisse], Fig. 1.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 80Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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