FeedBlaufarbeofens
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Blaufarbeofens (auch Glas⸗ oder Schmelzofen gen.) gesetzt hat, und nach 810 Stunden fortwährenden Schmelzens mit eisernem Löffel in die Speisebutte, eine große Kufe, geschöpft, die beständig von kaltem Wasser durchflossen wird. Das dadurch hochblau u. spröde gewordene Blaufarbenglas (Blauglas) kommt nun in ein anderes Gebäude, hier aber zuerst in das Blaufarbenpochwerk, welches wie jedes andere Pochwerk (s. d.) beschaffen ist. Dann wird es gesiebt und kommt nun in die Blaufarbenmühle, deren Läufer auf einem Bodenstein von 1½ m. Durchmesser und 0,3 m. Höhe liegt. Beide müssen sehr hart sein und haben eine Einfassung in Faßform nebst Decke. Nachdem hier das Glas unter stetem Wasserzufluß 6 Stunden gemahlen worden ist, läßt man es durch ein Zapfenloch in der Einfassung ablaufen. Nun wird es wiederholt gewaschen oder geschlämmt, wodurch zugleich die verschieden feinen Sorten gesondert werden. Diese werden auf Reibebretern durch Walzen zerrieben, in Trockenstuben oder auf Trockenöfen getrocknet, gesiebt u. zum bessern Einpacken in Blaufarbenfässern etwas angefeuchtet. Hlaugelb, n., frz. jaune bleuatre, m. Ultramarinasche und auch Ultramarin geben mit Gelb gemischt kein Grün, sondern sozusagen ein duftiges bläuliches Gelb, welches bes. neben Rothviolett sehr gut wirkt. Hlaugrau, n., frz. gris bleuaàtre, m., erhält man aus Graphit (s. d.). Hlaugrün, n., frz. vert bleu, séladon, m., kann sehr manchfach aus Blau und Gelb od. Blau u. Grün gemischt werden. Eine blaugrüne Glasur geben: 1 Theil grünes EChromoxydul u. 2 Thle. Kobaltoxyd, geschmolzen. Blauholz, n., engl. 1og-wood, s. Kampescheholz. Glauholzkomposition, f. . d. Art. Zinnsolution. blauliches Kupfererz, n. (Miner.), s. Kupferlasur. à fonte (ourneau bleu), engl. flowing-furnace, blauofen, Eisenschmelzofen mit verschlossener Brust und ohne Gestell. Sonst weicht die Konstruktion des B.s von der des „Stückofens (s. d.) nur darin ab, daß der Schmelzraum etwas mehr zusammengezogen ist, Erz und Kohlen in ab⸗ „wechselnden Schichten aufgegeben werden, der Schacht bis auf 10 m. und darüber erhöht ist. In Fig. 656 ist k der Kernschacht, k die Füllung, rdie Rauhmauer od. der Mantel, o eine bis auf das mit Gestübbe verschlossene Stichloch VVA dung (Chlorzinn) m. frz. pourpre, m., bleu, engl. blue purple, aus purpurschwefelsaurem Natron. 10 —20 Gewichtsth. wasserfreien doppeltschwefelsauren Natrons werden geschmolzen u. bei 200 —300 C. erhalten; dazu wird 1 Gewichtsth. pulverisirter u. gesiebter Indigo nach und nach eingetragen unter beständigem Umrühren; von Zeit zu Zeit wird ein Pröbchen in Wasser gelegt, bis dieses röthlich-violett wird; nun wird die Masse (1 Gewth. auf 70—80) in Wasser gebracht, umgerührt, mit dem doppelten Gewicht Kochsalz vermengt und der Niederschlag auf dem Filter mit Salzwasser gewaschen. Die Oberschicht des Niederschlags, schwärzlichgrün, muß beseitigt werden. Es ist in Wasser löslich, in heißem mehr als in kaltem, erscheint bei Licht roth. Salpetersäure, Chromsäure, Chlor, schweflige Säure, Schwefelwasserstoff verträgt diese Farbe nicht.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 401Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Haus & Küche 6