Glaßbrenner (Adolf), humoristischer und satirischer Schriftsteller, geb. 27. März 1810 in Berlin, widmete sich, auf dortigen Gymnasien vorgebildet, dem Kaufmannsstande. Schon früh zu poetischer Thätigkeit geneigt, gab er sich in freien Stunden litterarischer Beschäftigung hin, deren Produkte bald ihren Weg in die berliner Journale fanden. Schon 1831 redigierte G. die Zeitschrift Don Quirote v, welche 1833 durch den Minister von Brenn unterdrückt wurde. Einen Auszug aus dem Blatt gab er unter dem Titel «Aus den Papieren eines Hingerichteten» (Lpz. 1834). Nunmehr schuf sich G. unter dem Namen Adolf Brennglas einen ganz neuen Litteraturzweig in den bekannten Heften „(Berlin wie es ist und trinkto (33 Hefte, Berl. u. Lpz. 1832 — 50, teilweise vielfach aufgelegt) und «Buntes Berlin (13 Hefte, Berl. 1835—52); er wurde damit der Begründer der modernen humoristischen und satirischen berliner Volkslitteratur. Verwandte Arbeiten von G. sind Leben und Treiben der feinen Weltv (Lpz. 1834) und «Berliner Volkslebenoe(3 Bde., Opz. 1846). Die Frucht eines siebenmonatlichen Aufenthalts in Wien 1835 waren die anonymen „Bilder und Träume aus Wien v Bde., Lpz. 1836), welche vom Bundestag veroten wurden. G. verheiratete sich w1840 mit der am Königstädtischen Theater in Berlin engagierten Schauspielerin Adele Peroni (geb. 17. Ures 1816 in Brünn), mit welcher er 1841 infolge ihres lebenslänglichen Engagements nach Neustrelitz zog. Hier schrieb er seine Verbotenen Lieder v (3ar. 1843), die in der dritten und fünften Auflage (Berl. 1870 den Titel 4Gedichte von G. erhielten, und das komische Epos Neuer Reineke der Fuchs» (Lpz. 1845 u. öfter). Diese beiden Werke G.s sind von höherer Bedeutung und stellen ihn in die Reihe der vorzüglichsten unserer satirischen Dichter. G. wurde 1848 Führer und Mittelpunkt der demokratischen Partei in Mecklenburg-Strelitz. Als er infolge dessen 1850 des Landes verwiesen wurde, lebte er in Hamburg, bis er 1858 wieder nach Berlin zurückkehrte, wo er die Redaction der 4Berliner Montagsposto bis zu seinem am 25. Sept. 1876 erfolgten Tode führte. Von seinen übrigen Schriften sind noch hervorzuheben: «Komischer Volkskalendero (Hamb. 1846—65), „Die verkehrte Welto (6. Aufl., Berl. 1873), Kaspar der Menscho (Hamb. 1850), ein Lustspiel; Neue Gedichter (Wien 1866), (Komische Tausendundeine Nachto (Hamb. 1852). Hierzu kommen die Kinderschriften Lachende Kinder, KSprechende Tieres und »Die Insel Maripano, welche mehrfach aufgelegt worden sind. gl. Schmidt-Cabanis, «Adolf G. Ein biographisch-litterarischer Essays (in Unsere Zeit, Jahrg. 1877, 1. Hälfte). G.s Gattin war bereits 1850 von der Bühne zurückgetreten und bildete seitdem in Berlin bieif Schauspielerinnen aus.