Gliederung der Kontinente nannte K. Ritter 1826 in seinem Vortrage «über geogr. Stellung und horizontale Ausbreitung der Erdteiler die an den kompakten Stamm angesetzten, durch mehr oder weniger tief eingreifende Küsteneinschnitte gebildeten und voneinander getrennten Halbinseln, Landzungen oder (heutzutage) ganz abgetrennten Inselgebiete. Diese Glieder des Kontinentkörpers verleihen dem Erdteil Europa einen Küstenumfang, welcher im Verhältnis zur gesamten Größe des Kontinents bedeutender ist, als bei einem der andern Erdteile. Den Gegensatz dazu bildet das fast ganz ungegliederte Australien, welches Ritter zugerundet nennt. Diese überaus passende Benennung 4der Gliederung eines Stammes v hat Ritter 1832 in seinem 4Asien (I, 32) weniger glücklich weiter verwendet, indem er dort nach der horizontalen Gliederung auch von der vertikalen Gliederung handelt. Er sagt: «Gesamterhebungen bilden in vertikaler Hinsicht den sich vom Tieflande ablösenden vertikalen Stamm; die Partikularerhebungen aber bilden die vertikalen Gliederungen dieser Stämme, bald ihnen aufgesetzt als Plateaugebirge oder, ihre Abfälle umgebend, als Randgebirge; und wo sie für sich, ohne Verbindungen mit Gesamterhebungen, aus den Tiefländern hervorragen, bilden sie, analog den oceanischen oder Gestadeinseln, für sich bestehende