Erdteil oder Weltteil nennt man denjenigen Länderraum der Oberfläche, welcher in seinen sämtlichen Naturverhältnissen sich wesentlich von jedem andern unterscheidet. So bilden Australien (mit Oceanien) und Amerika oder der Kontinent der Neuen zwei, dagegen der Kontinent der Alten Welt drei E., nämlich Asien, Europa und Afrika. Nicht die bloßen gegenseitigen Begrenzungen von Land und Meer sind es, welche die Abteilung des Landes der Erdoberfläche in E. rechtfertigen, sondern mehr noch die Verschiedenheit der tellurischen oder Erdstellung und des ganzen äußern Gepräges, die jedem Teile eigentümliche horizontale Gliederung und vertikale Oberflächengestaltung, wie sie sich in der orographischen Konfiguration oder Verteilung und Bildung des Hoch⸗ und Tieflandes ausspricht, die von dieser wiederum abhängigen hydrographischen Verhältnisse oder Verteilung und Entwickelung der Landgewässer, sowie die von dem plastischen Relief und der Beschaffenheit des Bodens mehr oder weniger bedingten übrigen Naturverhältnisse, wonach jeder E. einen bestimmten Typus, einen ihn von den übrigen unterscheidenden Charakter hinsichtlich seines Klimas, seiner Pflanzen-und Tierwelt, seiner menschlichen Bevölkerung und deren Rassen, Kulturentwickelung und Geschichte hat. Danach ließe sich rechtfertigen, auch Madagaskar und Grönland als E. zu betrachten. Alle diese. Eigentümlichkeiten zusammen bezeichnen jeden einze n E. als ein Individuum, sodaß weder Australien und Oceanien als eine insulare, noch Europa als eine peninsulare Fortsetzung Asiens angesehen werden dürfen, indem jene Gesamtverhältnisse in Australien und Europa wesentlich von denen Asiens verschieden sind. Insofern dürfen auch die Kontinente nicht als die größten Inseln oder die Inseln als kleine Kontinente angesehen werden. (S. Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien, Oceanien.)