Glück (Ernst), Theolog, Pflegevater der Katharina Badendiek, der spätern Kaiferin Katharina I. von Rußland, geb. 10. Nov. 1652 zu Wettin im brandenb. Saalkreis, studierte zu Wittenberg und Leipzig Theologie und war von dem Generalsuperintendenten Joh. Fischer 1673 nach Livland berufen. Hier faßte er den Plan, die Bibel ins Lettische zu übersetzen, und reiste nach Erlernung der Landessprache nach Hamburg, um bei Sebast. Edzardi die orient. Sprachen zu studieren. Nach seiner Rückkehr 1680 wurde er Garnisonsprediger in Dünamünde, wo er Katharina Badendiek als Pflegekind annahm. Im J. 1683 zum Pfarrer von Marienburg und Seltinghoff in Livland ernannt, übersetzte er das Neue Testament ins Lettische, e cland. Prebiger einer Kommission livländ. und kurländ. Prediger durchgesehen und von Joh. ischer *5 1685) herausgegeben wurde. Bei der Eroberung Marienburgs durch Peterd. Gr., 6. Aug. 1702, wurde er mit den ubrigen Einwohnern in die russ. Gefangenschaft nach Moskau abgeführt, erhielt aber bald als gewesener Pflegevater der Katharina die Freiheit und wurde Kurator aller höhern Lehranstalten in Moskau. Er erlernte die russ. Sprache und begann das Neue Testament in dieselbe zu übertragen, starb aber vor Beendigung dieser Arbeit 5. (16.) Mai 1705 zu Moskau.