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GeschichteBrockhaus 1882

Godwine, Graf von Wessex, war von dunkler Abtunft, zeichnete sich unter Knut d. Gr. durch Tapferkeit und Umsicht in den Kämpfen in Skandinavien aus. Während der Regierung Eduards des Bekenners, der ihn zum Grafen von Wessex erhob, lag die Hauptgewalt in England in G.s Händen. Er stellte die Ruhe im Innern her und schützte das Land nach außen besonders durch Errichtung einer starken Flotte. Als er seine Tochter mit Eduard vermählt und seinem tapfern Sohne Harold die Grafschaft Ostanglien verschafft hatte, stand er auf der Höhe seiner Macht. Sein — Swegen, welcher einen Teil von Mercien besaß, erregte durch seine Gewaltthaten großen Unwillen in England, den man dann auch auf G. selbst übertrug. Einen Streit G.s mit Eustach von Boulogne, einem Verwandten Eduards, benutzten die Grafen von Northumberland und Mercien, um G. zur Flucht nach Flandern zu veranlassen. Nun aber trieben in G.s Abwesenheit die Fremden an Eduards Hof ein solches Unwesen, daß, als nach einem Jahre G. mit einer Flotte vor London erschien, er mit Jubel von den Engländern aufgenommen wurde. Eduard mußte in die Verbannung der roman. Geistlichen und Hofleute einwilligen und G. in seine frühern Würden einsetzen. G. starb 1052.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 151Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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