Goldast (Melchior), genannt von Heimingsfeld, deutscher Publizist und Historiker, geb. 6. Jan. 1578 zu Espen bei Bischofszell in der Schweiz, studierte zu Ingolstadt und „eit v. die Rechte und ging, nachdem er sich eine Zeit lang in der franz. Schweiz aufgehalten, als Sekretär des Herzogs von Bouillon nach Heidelberg und Frankfurt a. M. Im .1604 wurde er Hofmeister eines Freiherrn von ohensax, trieb sich aber bald wieder in der Schweiz umher und kehrte 1606 nach Frankfurt zurück, wo er mit Schriftstellerei und Korrekturen sein Leben fristete. G. wurde 1611 sachsen-weimarischer Rat, verließ aber schon 1615 aph. Stellung gegen einen Ruf als hess. Historiograph. Im J. 1625 privatisierte er wieder in Frankfurt; in der Folge trat er als kaiserl. und kurtrierscher Rat bei mehrern Missionen auf. Zuletzt war er in hessen-darmstädt. Diensten und starb 11. Aug. 1635 als Kanzler der Universität zu Gießen. Sein —„ Leben und seine Armut zwangen ihn zu vielerlei schriftstellerischen Arbeiten, die nicht immer das Gepräge der Gediegenheit trugen. 1eis der uut durch neue Forschungen auf dem Gebiete der mittelalterlichen Geschichte und des Staatsrechts sind die Seriptores rerum Suevicarumo (Frankf. 1605), Scriptores rerum Alemannicarum »„ (3 Bde., Frankf. 1606; neue Ausg. 1730), «Constitutionum imperialium collectio (4 Bde., Frankf. 1607; neue Ausg. 1713). Auch gab er Pirkheimers und de Thous Schriften von neuem heraus.