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AllerleiBrockhaus 1882

Goldener Schnitt einer Strecke heißt der Teil derselben, welcher zwischen der Strecke und dem andern Teil das geometrische Mittel ist. Den Pythagoräern war es bekannt, daß beim Kreis der goldene Schnitt des Radius die Seite des eingeschriebenen regulären Zehnecks gibt. Mancherlei mystische Theorien sind an den goldenen Schnitt geknüpft worden. Neuerdings hat Zeising in ihm ein Prinzip der Asthetik zu finden geglaubt, insofern bei dem menschlichen Körper der goldene Schnitt der Länge ziemlich genau von der Sohle bis zur Taille reicht. Vgl. Zeism „Neue Lehre von den Proportionen des menschlichen Körpersv (Lpz. 1854). Die Proportion des goldenen Schnitts zur Strecke ist in ganzen Zahlen nicht vollkommen, wohl aber annäherungsweise ausdrückbar durch die Proportionen 35, 5:8, 8: 13, 13: 21 u. s. w., welche man antrifft in der Reihe 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 u. s. w., in welcher jedes folgende Glied durch Addition der beiden e durcher aul Glieder gewonnen wird. Da diese Reihe zugleich das Schimpersche Gesetz der Blattstellung an den Pflanzen enthält, so hat man vermutet, daß auch bei der Organisation derselben das Prinzip des goldenen Schnitts mitwirke. oldener Sporn heißt ein päpstl. Orden, dessen Stiftung nicht genau bekannt ist, Auchrolaer aber dem Papste Paul III. oder dessen Nachfolger Pius IV. (1559) zugeschrieben wird, und welcher zur Belohnung für Beamte, Gelehrte und Künstler, welche sich zur kath. Religion bekennen, bestimmt ist. Die Ritter des Ordens führten ehemals den Namen „Lateranische Hofpfalzgrafen und wurden auch Ritter der goldenen Milizo (Kuratae militiae equites) genannt. Im Laufe der Jahrhunderte hatten auch die Prälaten des obersten päpstl. Gerichtshofs, die apostolischen Nuntien und das Haus Sforza-Cesarini das Privilegium erhalten, Ritter dieses Ordens zu ernennen. Privil Gregor XVI. hob 31. Okt. 1841 alle diese Privilegien auf und bestimmte wegen des Mißbrauchs, welcher mit der Erteilung des Ordens getrieben worden war, die Zahl der Komture auf 150, der Ritter auf 300. Das Ordenszeichen, welches an einem rot und schwarz gestreiften Bande getragen wird, besteht in inem goldenen, weiß emaillierten Malteserkreuze, in dessen blauem Mittelfelde sich die Figur des heil. Sylvester mit der Umschrift Sanctus Silvester Pont. Magnusp befindet; an den beiden untern Spitzen ist ein kleiner goldener Sporn befestigt. Erst Gregor XVI. gab dem Ordenskreuze die jetzige Form, indem er das Mittelfeld hinzufügte und dem früher roten Bande die jetzigen Farben verlieh.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 161Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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