Goldscheidung nennt man die auf chem. Relbe ausgeführte Trennung des Goldes von den dasselbe begleitenden fremden Metallen, Kupfer, Silber, Platin, Osmium-Iridium. Es kommen dabei zwei verschiedene Methoden in Betracht, das Affinieren, wobei die fremden Metalle durch Lösen mit Schwefelsäure fortgenommen werden, und die Quartation oder Scheidung durch die Quart, wobei die Lösung durch Salpetersäure bewerkstelligt wird. Da das Gold von diesen Säuren nicht gelöst wird, so wird es in goldreichen Legierungen die fremden Metalle so umhüllen, daß sie vor dem Angriff der Säure bewahrt bleiben. Um dies zu verhüten, werden die Legierungen in solchem Verhältnis mit Silber in schmiedeeisernen Tiegeln zusammengeschmolzen, daß auf 1 Teil Gold 3 Theile Silber kommen. Bei hohem Gehalt an Kupfer kann ein weiterer Zusatz von Silber erforderlich werden, da die Lösung des Kupfers nur dann genügend erfolgt, wenn auf 900 Silber und Gold höchstens 100 Kupfer kommen. Enthält das Gold, wie das sibirische und californische, Osmium-Iridium, so senkt sich dieses beim Einschmelzen zu Boden und wird durch Abgießen des güldischen Silbers abgesondert; indem man dasselbe Schmelzgefäß immer wieder benutzt, kann man das Osmiuman sich hier zu größern Mengen ansammeln assen. Das geschmolzene Metall wird granuliert, indem man es in dünnem Strahle in einen mit Wasser gefüllten Behälter ausgießt. Beim Affinieren werden die Granalien in eisernen Kesseln mit 3 Teilen konzentrierter Schwefelsäure übergossen und erhitzt, wobei das Silber und Kupfer unter Bildung von schwefelsauren Salzen und unter Entwickelung von schwefliger Säure gelöst werden. Die schweflige Säure wird in eine Bleikammer geleitet und hier wieder in Schwefelsäure verwandelt. Nach erfolgter Lösung läßt man die Flüssigkeit sich klären, zieht sie vor dem Erkalten mit einem Heber von dem Golde ab, läßt das schwefelsaure Silber in der Kälte krystallisieren und trennt dieses von der noch einen MRutter überschuß von Schwefelsäure enthaltenden Mutterlauge, die bei der nächsten Operation statt frischer Säure benutzt wird. Durch diese Absonderung des schwefelsauren Silbers, welche erst in neuerer Zeit eingeführt ist, wird ganz erheblich an Säure gespart und es werden damit die Kosten der Affinierung bedeutend verringert. Die Wiedergewinnung des Silbers aus dem Sulfat wurde früher durch Reduktion mit Kupfer bewirkt. Da aber die großen Mengen des dabei gewonnenen Kupfervitriols schwer verwertbar sind, so reduziert man jetzt mit Eisen, welches in kleinen Mengen eingetragen wird, oder durch Erwärmen des Sulfats mit einer konzentrierten Lösung von Eisenvitriol, wobei das entstehende Cisenorydfal nachträglich durch Behandeln der Lösung mit Eisenbruchstücen wieder in Vitriol verwandelt wird. Das nach der Abklärung der Silberlauge zurückbleibende Gold wird zuerst mit Säure und dann mit Wasser gewaschen. Es enthält alsdann noch geringe Mengen von Silber, von dem es durch Schmelzen mit saurem schwefelsauren Natron befreit wird. Enthielt das Gold Platin, so bleibt dieses beim Golde zurück und wird von diesem getrennt, indem man unter Zusatz von Salpeter schmilzt, wobei das Platin vollständig, allerdings neben einem Teil des Goldes, verschlackt wird. Die Schlacken sind daher auf Platin und Gold weiter zu verarbeiten. Das so gereinigte Gold hat durchschnittlich einen Feingehalt von 998 bis 999, es kann aber noch Spuren von Blei, Wismut „Arsen, Antimon, Tellur enthalten, die schon in einer Menge von 0,ooos das Gold beim Prägen brüchig machen. Um diese zu beseitigen, wird das Gold unter einer Decke von Borax im Thon⸗-oder Graphittiegel eingeschmolzen und Chlor in das geschmolzene Metall geleitet; hierbei werden die fremden Metalle teils als Chloride verflüchtigt, teils verschlackt. „Das Affinieren wird nicht allein bei reichen Goldlegierungen angewandt, sondern es wird auch vielfach ausgeführt, um sehr geringe Mengen von Gold in sehr armen Legierungen zu gewinnen. Nach den neuern Verbesserungen macht es sich noch bezahlt bei einem Goldgehalt von 0,1 Proz. Die Quartation ist, wegen der Verwendung der Salpetersäure, bedeutend kostspieliger als das Affinieren, sie wird daher nur noch sehr selten ausgeführt. Das dabei in Anwendung kommende Verfahren ist eine in den Großbetrieb übersetzte Goldprobe, es kann daher auf diese verwiesen werden.