Feedversilberung od. V. aus
NaturlehreBau-Lexikon 1881

versilberung od. V. aus, wobei das Silber oder Gold nur von den mit Kupfer bedeckten Stellen angenommen wird. Eine röthere Färbung der Ven erhält man durch nachträgliches Behandeln mit Glühwachs (s. d.). 3. Vergoldung auf nassem Wege, franz. dorure au trempé, engl. Wwet gilding, g. in distemper; dieses Verfahren ist streng genommen der galvanischen V. analog, nur daß man die Ablagerung des Goldes auf den zu vergoldenden Metallen nicht unter Mitwirkung des galvan. Stromes, sondern direkt durch Niederschlagung des Goldes aus seinen Lösungen bewirkt. So erhält man z. B. eine Vergoldungsflüssigkeit, indem man 10 Th. Gold in 42 Gewth. Salpetersäure u. 28 Gewth. Salzsäure löst, zum Trocknen dampft und die trockene Masse mit so viel Wasser versetzt, daß man im ganzen 1200 Gewth. Flüssigkeit erhält. Diese werden mit 600 Gewth. doppeltkohlensaurem Kali versetzt und längere Zeit gekocht. Die zu vergoldenden Gegenstände werden sorgfältig gereinigt in die siedende Lösung getaucht. Nach wenigen Sekunden ist die V. vollendet. Zur V. von Kupfer, Bronze und Messing dienen verdünnte Lösungen von Chlorgold und Cyankalium. Um Stahl ohne vorhergehende Verkupferung zu vergolden, taucht man denselben in eine Cyan-u. Schwefelcyangold gleichzeitig enthaltende Lösung. Auch eine Lösung von Chlorgold in Aether kann zur V. von Stahl und Eisen dienen, indem man einfacher Weise die polirten Flächen mit einer solchen ätherischen Chlorgoldlösung bestreicht; nach Verdunstung des Aethers zeigt sich die V. Die nasse V. ist weniger dauerhaft als Feuervergoldung, da das Gold nur leicht an der Oberfläche haftet, zeigt aber recht schöne Farbe, bes. auf Silber, übertrifft an Schönheit die Feuervergoldung, so daß man oft Silberwären im Feuer nur schwach vergoldet und kalte B. darauf setzt. 4. Galvanische Vergoldung, frz. dorure galvanique, liglit / mothes 188456d4/0428 ek Heidelberg DFC engl. electro-gilding. Die Literatur bezüglich dieses Gegenstandes ist eine so überaus reiche, daß wir unsere Leser hier auf die galvanoplastischen Werke verweisen dürfen; s. übrigens d. Art. Galvanismus. C. Behandlung der vergoldeten Gegenstände. Auf Leimgrund vergoldete Gegenstände darf man nicht anders als durch Abwedeln reinigen, weil das Gold sich allmählich abwischt oder ablöst. Oelvergoldung, dafern sie mit Lack überzogen ist, verträgt Abwaschung mit lauem Wasser, dem aber keine Seife beigemengt sein darf. In Winkeln etc. reinigt man sie mit einem Pinselchen mit Salatöl, welches man dann mit einem trockenen Pinsel sorgfältig wieder abtupft. Um sehr alte, nachgedunkelte V. zu reinigen, löst man 70 g. gereinigte Potasche in 1J. Wasser und wäscht mit dieser Lauge mittels eines weichen Dachspinsels die V. leicht, worauf man sie mit einem Schwamm leicht überreibt u. abwischt. Darauf aber taucht man einen Schwamm in Flußwasser u. wäscht die V. sehr schnell ab, um das Alkali zu entfernen, spült dann mit reinem Wasser ab u. läßt abtropfen; ist der Gegenstand trocken, so wärmt man ihn leicht und reibt ihn mit warmen Linnen. D. Verschiedenes. Ueber die B. des Gußeisens s. d. Art. Gußeisen. Auch finden sich Notizen über das bei der V. zu beobachtende Verfahren in den Artikeln Abrauchesse, Amalgam, Blattgold, Abmatten, Borax, Bossirstahl, Bronze, Bronzefarben, Bruniren, Doubliren, Färben A., Firnißvergoldung, Galvanismus, Glanzvergoldung, Glas IV. 6., Gold, Goldgrund u. ff. Art., Kreidegrund, Lackfirniß, Leimgrund (Leim 11.), Mattvergoldung, Musivgold, Oelvergoldung, Poliren ff., Quecksilber ff., Schleifen 2., Semi Ior U. s. w.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 418Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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