Goldsmith (Oliver), berühmter engl. Dichter, geb. 10. Nov. 1728 zu Wore, oder Pallice in der irischen Grafschaft Longford, war der Sohn eines Landgeistlichen, der ihn, als Verwandte die Kosten dazu hergaben, 1745 nach Dublin schickte, um Theologie zu studieren. Eine Ohrfeige, die er von seinem Lehrer erhielt, trieb ihn aus der Stadt; der Hunger brachte ihn zurück, und nachdem er 1749 promoviert und sich dann als Hofmeister versucht hatte, ging er 1752 nach Edinburgh, um sich zum Arzte auszubilden. Seine unruhige Reiselust trieb ihn von hier nach Leiden, wo er sich ein Jahr hindurch besonders mit Chemie und Anatomie beschäftigte und hierauf, von Geld entblößt, den Entsch faßte, auf Reisen zu gehen. Sein Flötenspiel half ihm durch Flandern, Frankreich und Deutschland nach der Schweiz, wo er einen Teil seines Gedichts The traveller o schrieb. Von dort wendete er sich nach Italien und soll in Padua Doktor der Medizin geworden sein. Im . 1756 nach England zurück-Hibebrt, trat er ir ei einem im er als Gehilfe ein, bis ein Universitätsfreund ihn ermutigte, in London als praktischer Arzt aufzutreten. Ohne Praxis und ohne Geld, bemühte er sich umsonst, eine Stelle als Schiffschirurg zu erlangen, und verband sich daher mit Griffiths, dem Herausgeber der Monthly Reviewo, von dem er sich 11 on nach acht Monaten trennte. Nachdem er sein Euquiry into the present state of polite learning in Europen (Lond. 1759) hatte erscheinen lassen, verfolgte er nun ausschließlich die schriftstellerische Laufbahn, auf der er sich großen Ruhm, aber nur kärglichen Unterhalt gewann. Unter anderm ließ er seine Chinesischen Briefe, die dann unter dem Titel &The citizen of the worldo (Lond. 1762) erschienen, im Public Ledgero abdrucken und vollendete seinen Travellero (Lond. 1764). Darauf schrieb er: ESsayso (Lond. 1765), «The vicar of Wakefieldo (Lond. 1766 u. öfter; deutsch von Bode, Lpz. 1776; von Susemihl, Lpz. 1841; von Oelsnitz, 3. Aufl., Lpz. 1851), sein erstes Theaterstück KThe good-natured-mano (Lond. 1768), das Gedicht The deserted villagen (Lond. 1770, deutsch von Bürde, Bresl. 1802), die 4History of Englando (Lond. 1771; deutsch von Schröckh, 2 Bde., Lpz. 1774— 76) und (Roman history⸗ (Lond. 1769; deutsch von Kosegarten, 4 Bde., Lpz. 1795—1802; von Stahel, 4. Aufl., 2 Bde., 4Sie 1835), sein zweites vortreffliches Lustspiel She stoops to conquer o (Lond. 1773), die History of Gréecce (2Bde., Lond. 1770, endlich die unvollendet gebliebene History of animated natures nach Buffon (8 Bde., Lond. 1774; neue Ausg. von Turton, 6 Bde., Lond. 1818). Er war mit einem allgemeinen Wörterbuche der Künste und Wissenschaften beschäftigt, als er 4. April 1774 starb. Der Preis unter G.s Werken gebührt ohne Zweisel seinem Vicar of Wakefieldo, einem Roman, der ein Lieblingsbuch der ganzen civilisierten Welt geworden ist. 6. war ein kindlich-liebenswürdiger, edelmütiger Charakter; außer einer harmlosen Eitelkeit war sein größter Fehler ein genialer Leichtsinn, der ihn oft in Verlegenheiten stürzte. Washington Derausg der auch G.s «Miscellaneous workso erausgab (4 Bde., Par. 1825), hat eine anziehende Biographie von ihm geschrieben (Lond. 1849). Das von Prior im Life of Oliver G.5 (2 Bde., Lond. 1837; 2. Ausg. 1848) gesammelte reiche biogra59 0 0 Material wurde in Forsters Lite and times of Oliver G.v (2 Bde., Lond. 1848; 3. Ausg. 1862) geschickt verarbeitet. Außerdem vgl. Karsten, Oliver G.v (Straßb. 1873); Laun, «Oliver G. Sein Leben, sein Charakter und seine Werker (Berl. 1876); Black, Goldsmitho (Lond. 1881).