FeedGriphos
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Griphos (grch., lat. griphus) ist eine griech. Bezeichnung für Rätsel neben ν (lat. aenigma). Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Worten läßt sich nicht mit Sicherheit erkennen. Rätsel spielten im griech. Leben früh eine bedeutende Rolle; sie bildeten eine Hauptunterhaltun bei Gelagen (Symposien) und wurden dann au in die Litteratur eingeführt. Insbesondere in der alexandrinischen Zeit wurden Gryphen von einzelnen Autoren mit Vorliebe gedichtet, und namentlich durch Athenäus ist eine Anzahl Gryphen überliefert. Von den Griechen kam auch diese Art Litteratur zu den Römern, wo die Rätsel vorzugsweise aenigmata hießen. Doch kam die lat. Rätselpoesie erst in den spätern Jahrhunderten der röm. Kaiserzeit mehr auf, erhielt sich aber um so länger bis tief ins Mittelalter Ratkelp Vgl. Hagen, «Antike und mittelalterliche Rätselpoesies (Bern 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 429Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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