Golownin (Wassilji Michailowitsch), russ. Seefahrer, geb. 29. Sept. 1776 zu Rjasan, erhielt seine Erziehung im Seekadettenkorps zu Kronstadt und diente dann als Freiwilliger in der engl. Flotte, mit der er an mehrern Kriegszügen gegen die Franzosen teilnahm. Nach Rußland zurückberufen, ward er 1806 mit dem Rang eines Kapitänlieutenants zum Kommandeur der Sloop Diana ernannt, die zu einer Reise um die Welt und zur Untersuchung der Küsten des nordöstl. Asien und nordwestl. Amerika bestimmt war. Auf dieser Expedition kam er auch nach Japan, wo ihn die Regierung verräterisch überfallen und zwei Jahre (1811—13) gehicord halten ließ, bis er durch seinen Gefährten Ricord befreit wurde. Eine Beschreibung seiner Gefangenschaft, die er nach seiner Rückkehr veröffentlichte, ist in die meisten europ. Sprachen übersetzt worden (deutsch von Schulz, Lpz.1817); außerdem erschien von ihm noch ein Bericht über den ersten Teil seiner Reise und die Aufnahme der Kurilischen Inseln (Petersb. 1819). Eine zweite Weltumsogelung führte er auf der Korvette Kamtschatka 1817—19 aus, die er gleichfalls beschrieben hat (2 Bde., Petersb. 1822). Er starb als Vizeadmiral und Generalintendant der russ. Marine 12. Juli 1831 zu Petersburg. Eine Gesamtausgabe seiner Werke, zu der auch eine Geschichte der Schiffbrüche gehört, wurde 1864 von seinem Sohne in fünf Bänden veranstaltet. Sein Sohn, Alexander Wassiljewitsch G., wurde mit dem Großfürsten Konstantin erzogen, den er auf seinen Reisen durch Europa und den Orient begleitete. Er ward 1859 zum Geheimrat und Staatssekretär, 6. Jan. 1862 aber zum Unterrichtsminister ernannt, in welcher Stellung er sich um die Reorganisation des russ. Schulwesens große Verdienste erworben hat. G. schied 26. April 1866 aus seinem Amte, blieb aber noch Mitglied des Reichsrats.