FeedGopfevit (Spiridion)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gopfevit (Spiridion), vielseitiger Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 9. Juli 1855 in Triest, empfing auf dem Gymnasium zu Melk (Osterreich) und später in Wien eine sorgfältige Erziehung, verlegte sich dann auf sprachliche, historische, geographische, militärische und nautische Studien. Im J. 1875 nahm er an dem ben owinischen Aufstand teil, zerfiel jedoch mit anen von Montenegro, dessen weitläufir Verwandter er ist, und geißelte die dortige amarilla in den Werken: «Montenegro und die Montenegrinero (Lpz. 1877; auch franz.) und „Der Turko-montenegrinische Krieg o (3 Bde., Wien 1876—78). Dabei blieb er aber doch für die Turtoopit Montenegros thätig, schrieb gegen die Turkophilen Die Türken und ihre Freunden (Wien 1878), und Bont. das Wohlwollen Gladstones e ein Volk. Im J. 1880 nahm er als Berichterstatter an der albanesischen Bewegung, 1882 in gleicher Eigenschaft an dem Ausstand in Bosnien und in den Bocche di Cattaro teil. Bei der erstern Gelegenheit wirkte er für eine Allianz der Albanesen mit Montenegro, mußte aber, mit dem Tode bedroht, fliehen (ygl. sein Werk: «Oberalbanien und seine Ligar, Lpz. 1881); bei der andern ward er wegen seiner Schilderung der Zustände im Lande in Ragusa verhaftet und 56 Tage gefangen gehalten. Inzwischen war es in Agyvten zu einem aktiven Eingreifen der Engländer gekommen; G. reiste bald nach seiner Befreiung dahin, war Augenzeuge der Vorgänge und schrieb Die Ereignisse in Agypten 18825 (in Unsere Zeity, Lpz. 1883, I). Außerdem bereiste er fast alle Länder Europas, Marokko, Kleinasien und schrieb ferner noch Die franz. Erpedition nach Agypten 1798—18015 (Berl. 1880 — 81), verschiedene militärische und nautische Artikel in Fachzeitschriften, politische und belletristische in den Tagesblättern und Zeitschriften Osterreichs und Deutschlands. Göpel r baritel, engl. whim), ein Bewegungsmechanismus, der im wesentlichen aus einer meist vertikalen, durch Menschen- oder Tierkräfte mittels langer Hebel in Drehung versetzten Hauptwelle bestehend, zur Aufnahme, Umsetzung und Nutzbarmachung jener Kräfte für den Betrieb von Arbeitsmaschinen zum Heben von Lasten dient. Man unterscheidet zunächst die wenig gebräuchlichen Handgöpel für Menschenkräfte von solchen für tierische Kräfte, welch letztere, weil meist Pferde um Betrieb dienen, Pferdegöpel (frz. manége, aritel à chevaux; engl. horse-capstan, whim-gin) genannt werden. Beide Arten von G. sind auch durch ihre Dimensionen verschieden. Da die Bewegungen der treibenden Kräfte langsam fortschreitende sind, meist auch eine Anderung der Bewegungsrichtung erforderlich wird, ist ein Mechanismus, aus Stirn⸗ und Kegelrädern mit entsprechenden Umsetzungsverhältnissen bestehend, zwischen Hauptwelle und Transmission an gscbalte der als zweiter wesentlicher Teil des G.s zu betrachten ist. Genügt derselbe nicht, um eine geforderte Umdrehungsgeschwindigkeit liefern, so werden in die Fortleitung der umgesetzten Bewegung vom G. zur Arbeitsmaschine, die entweder durch gekuppelte Eisenwellen oder durch Riemen erfolgt, weitere Räderwerke, sog. Zwischengestelle, eingeschaltet. Je nach der Angriffsweise der Kräfte unterscheidet man ferner Rundgang- und Tretgöpel, je nach der Art der Aufstellung feststehende und transportable, endlich liegende und stehende, sog. Säulengöpel. In Deutschland wenig, mehr in Amerika gebräuchlich sind die Tretgöpel; ein solcher wird als geneigte, endlose Bahn gedacht welche das Tier zu erklimmen strebt und die sich hierbei unter dem Druck der Hinterfüße unter dem Tier fortschiebt, wodurch eine horizontale Welle in Bewegung gesetzt wird. Bei den allgemein üblichen Rundganggöpeln kommt die Reisrant der Tiere zur Verwendung, welche in der kreisrunden Bahn, dem Rundgang, an den Hebebäumen der vertikalen Hauptwelle ziehend, fortschreiten. Rundganggöpel heißen feststehend, wenn sie einer Anlage so eingefügt sind, daß sie ohne erhebliche bauliche Veränderungen nicht verlegt werden können, transportabel, wenn dies ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden kann; dem entsprechend erhalten sie im erstern Falle ein gemauertes, bleibendes Fundament, im letztern ein Holzrahmengestell, das oft noch auf Räder gesetzt wird. Liegende Göpel und Säulengöpel unterscheiden sich dadurch voneinander, daß bei erstern die Fortleitung der Bewegung von einer horizontalen, bei letztern von einer vertikalen Welle des G. aus erfolgt, und zwar im erstern Falle meist durch gelenkig gekuppelte Wellen, im zweiten durch Riemen. Die umstehenden Fig. u.2 zeigen einen liegenden, Fig. 3u. 4 einen stehenden transportabeln Rundganggöpel für Pferdehetrieb. (Vgl. auch Art. Bergbau, Bd. II, S. 8060, und Tafel: Bergbau II, Fig. 6.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 195Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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