FeedGopéevié
GeschichteBrockhaus 1882

Gopéevié (spr. Goptschewitsch, Spiridion), Großhändler und Schiffsreeder in Triest, geb. 29. Aug. 1809, aus einer montenegrinischen, von den Venetianern im 17. Jahrh. geadelten Familie, war der Sohn des montenegrinis —5 SchiffsreedersKrsto G., dessen Korvette Amorevole das Flaggenschiff der bocchesischen Flottille war, welche 1806—7 die ranzosen bekämpfte. Er leitete die Filiale in myrna, übernahm 1828 nach dem Tode des Vaters das ———m Haus und wußte sich durch geschickte Spekulationen, besonders durch großartigen Getreidehandel an den Donaumündungen zum ersten Großhändler und Schiffsreeder Triests aufzuschwingen. Im J. 1840 besaß er bereits 24 Dreimaster, 2 aue An; und viele kleinere Schiffe; auch baute er eine Anzahl Kriegsschiffe für südamerik. Staaten; 1848 erbot er sich, mit seinen Schiffen die ital. Blockadeflotte anzugreifen, befehligte die triester Nationalgarde und schenkte der gegen die Magyaren kämpfenden serb. Armee ihre Artillerie. Bei der Hungersnot in den Bocche de Cattaro sandte er den Hungernden unentgeltlich ein Getreidegeschwader und bewirkte auch, daß sie sich, ohne zu den Waffen zu greifen, mit der österr. Regierung verständigten. Seinen Freund, den montenegrinischen Vladyken Peter II., unterstützte er mit roßen Geldsummen und gab auch jährlich 50000 Fl. ür die Schulen in der Herzegowina. Im J. 1851 trug ihm die montenegrinische Partei Martinovie die Fürstenwürde an, doch schlug er sie aus. Bei Ausbruch des Krimkriegs bot er dem Fürsten Danilo 3 Mill. Fl. zum Geschenk an, wenn — er aufs neue die Waffen gegen die Türkei ergreifen wolle, der Fürst wurde jedoch durch den Einfluß Osterreichs gehindert. Im Krimkriege selbit wurden die großen Getreidevorräte, die G. in Südrußland, Rumänien aufgestapelt tte, konfisziert und seine Schiffe versenkt. adurch ruiniert, verfiel er 1858 in Wahnsinn und starb 8. Mai 1861 in Wien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 195Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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