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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Friẽ (spr. Fritsch, Joseph Väclav),czech. Schriftsteller und Dichter, geb. 5. Sept. 1829 in Prag, nahm 1848 an dem Kampfe während der Pfingstwoche daselbst, sodann an dem der Slowaken gegen die Ungarn teil, hatte dann wegen Verbindung mit der Revolutionspartei mehrjährige Kerkerstrafe und Verbannung nach Siebenbürgen zu erdulden. Im J. 1859 verließ er Ssterreich, lebte in London, Paris, Berlin, gab hier 1866 zur Zeit der preußischen Invasion in Österreich gegen das letztere eine heftige Broschüre heraus: Pläs koruny Feskén („Wehklage der böhm. Kronev), ferner 1868 eine gech. Zeitschrift Blaniko mit slawisch-demokratischer Tendenz und sodann die „Correspondance tcheéquen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg begab er sich nach Budapest und redigierte von 1873 bis 1877 die «Agramer Zeitungv. Erst 1879 vollständig amnestiert, lebt F. seitdem in Prag. Neben lyrisch-epischen Dichtungen in einem mystisch-phantastischen, stark byronisierenden Charakter (wie Upiro — (Der Vampyry, 1849) war er journalistisch thätig, verfaßte Dramen (Svatoerke sind zum Teil gesammelt in Sebrané spisyv (4Bde., Prag 1879—80). Mit L. Leger gab er heraus: „La Bohème historique, pittoresque et littérairen (Par. 1868). Sein Bruder, Anton F., geb. 30. Juli 1832 in Prag, ist daselbst Professor der Zoologie an der czech. Universität und am czech. Polytechnikum und machte sich durch 300ogische und paläontologische Untersuchungen Böhmens verdient. icandeau, s. Frikandeau. ricandellen, s. Frikandellen. riccius (Karl Friedrich), preuß. Generalauditeur der Armee, geb. zu Stendal 28. Un 177, studierte die Rechte und trat als Assessor in den preuß. Staatsdienst, ging 1806 in den Militärdienst über und stand als Lieutenant in Danzig, wo er sich während der Belagerung 1806—7 durch die ziemlich selbständige Verteidigung von Neufahrwasser auszeichnete. Nach dem Friedensschlusse kehrte F. in die juristische Laufbahn zurück, trat aber 1813 als Major an die Spitze des neuerrichteten 1. ostpreuß. Landwehrbataillons. F. kämpfte bei Dennewitz und drang 19. Okt. 1813 als einer der ersten nach Erstürmung des Grimmaischen Thores in Leipzig ein; ein von der Stadt errichtetes Denkmal bezeichnet noch jetzt die Stelle. Nach dem ersten Pariser Frieden wirkte F. in Ostfriesland bei der Einführung der preuß. Verwaltung, focht 1815 mit Auszeichnung bei Ligny und trat nach dem Friedensschlusse in den preuß. Verwaltungsdienst zurück, aus welchem er 1829 als Rat in das Generalauditoriat berufen wurde. Im J. 1837 wurde F. Generalauditeur der Armee und bekleidete dieses wichtige Amt bis zu seinem Tode. Er starb zu Berlin 7. Nov. 1856. Neben seinen chen und histor wendete F. seine Thätigkeit juristischen und historischen Studien mit orliebe zu und schrieb eine Reihe wertvoller Werke: «Das preuß. Militärstrafrechto» (Berl. 1835); „Geschichte des Kriegs in den Jahren 1813 und 1814, mit besonderer Rücksicht auf Ostpreußen und das königsberger Landwehrbataillonv(Altenb. 1843; nur der erste, bis zur Erstürmung Leipzigs reichende Band ist erschienen); (Geschichte der Blokkade Küstrins 1813—14 mit besonderer Rücksicht auf die ostpreuß. Landwehre (Berl. 1854); (Geschichte der Befestigungen und Belagerungen Danzigs, mit besonderer Rücksicht auf die ostpreuß. Landwehro (Berl. 1854); «Preuß. Militärgesetzsammlungo (5 Bde., Berlin 1836—-56). Fricke (Gustav Adolf), prot. Theolog, geb. 23. Aug. 1822 zu Leipzig, auf der dortigen Thomasschule und Universität gebildet, habilitierte sich 1846 an der Universität Leipzig zugleich in der theol. und philos. Fakultät, und ward 1849 außerord. Professor der Theologie. Im J. 1851 folgte F. einem Rufe als ord. Professor nach Kiel, kehrte aber 1865 als Hauptpfarrer an St. Petri nach Leipzig zurück und trat 1867 als ord. Professor in die dortige theol. Fakultät ein. F. ist Vorsitzender der Meißener Konferenz, war früher Schriftführer und ist seit 1874 Vorsitzender des Centralvorstandes der Gustav-Adolf-Stiftung, um welche er sich große Verdienste erworben hat. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: „Lehrbuch der Kirchengeschichte. Bis zum entscheidenden übergang der christl. Kirche an die german. Völker» (Lpz. 1850), „Das exegetische Problem im Briefe Pauli an die Galater 3, 1—259 (Lpz. 1880), «Metaphysik und Dogmatik unter besonderer Beziehung auf die Ritschlsche Theologier (Lpz. 1882). Außer vielen einzelnen Predigten veröffentlichte F. eine Sammlung solcher unter dem Titel: Gottesgrüßer (Lpz. 1883).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 303Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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