FeedGorée
ErdkundeBrockhaus 1882

Gorée, kleine franz. Insel an der Küste von Senegambien, 36 ha groß, vor dem Eingange einer roßen Bai, die im N. und W. von der mit Kap Verde endenden Halbinsel umschlossen wird, 175 km im SW. von St.⸗Louis, ist ein nackter Basaltfels mit Sand, bis 880 melang und 300 m breit. An der Nordseite greift eine kleine Bucht in die 3 m hohe Felsreihe und stellt den Hafen her. Die unfruchtbare Insel ist gesund, hat zwischen 17 und 32,8 C. Temperatur und besitzt ein wichtiges Hospital. Zwei Drittel der Insel bedeckt die befestigte Stadt Gorée, früher Hauptort des Arrondissements Goree, mit (1879) 2956 CE. Fort St.⸗Frangois verteidigt den Hafen und ist telegraphisch mit St.⸗ Louis verbunden. G. ist Freihafen, indes geht sein Handel mehr und mehr auf Dakar über. Die Bewohnerzahl der Insel wird auf 3500 geschätzt, worunter 750 Muluken und 2500 schwarze Djolossen; 1878 lebten hier, als das Gelbe Fieber ausbrach, 673 Europäer, von denen der größte Teil erlag. Der Name der Dae soll von dem holländ. Namen Goude-rede herstammen, der Negername ist Bir. Das Küstenland entdeckten 1360 Schiffe von Dieppe; 1446 setzten sich hier Portugiesen fest und gründeten 1455 ein Fort auf Arguin, welches 1638 die Holländer nahmen. Im J. 1677 haben es die Franzosen den Holländern genommen; britisch war es 1758—63 und 1800—14. Das Arrondissement Gorée zählt (1879) 69487 E.; jetzt ist Dalar, westlich von G. auf dem Festlande, Sitz des Kommandanten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 200Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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