Görecki (Ant.), poln. Dichter, geb. 1787 in Wilna, nahm 1812 im poln. Heere an Napoleons Zuge nach Moskau teil. Mit Kapitänsrang entlassen, bereiste er Deutschland, Frankreich und Italien und bewirtschaftete dann ein Gut in Litauen, mußte aber infolge seiner Teilnahme an der Revolution von 1830 flüchten; sein Vermögen wurde konfisziert und er begab sich nach Paris, wo er sich eng an Mickiewicz anschloß. Seine Fabeln sind voll originellen scharfen Witzes, sie haben meist eine patriotische Tendenz und hinter dem anspruchslosen Gewande birgt sich oft der bitterste Schmerz. Besonders beliebt sind seine Poezye Litwinas (4Gedichte eines Litauerso, Par. 1834) und seine Fabeln Bayki i poezye nower (Par. 1839), weniger gelungen sind die spätern Siejbay (Par. 1857) und (Jeszcze jeden tomiko (Noch ein Bändcheno, Par. 1859). G. starb in Paris 19. Sept. 1861.