FeedGaillard (Claude Ferd.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Gaillard (Claude Ferd.), hervorragender Kupferstecher, geb. 7. Jan. 1834 zu Paris, bildete sich als Maler unter Cogniet und in der Ecole des beaux arts, mehr aber an den Meisterwerken der niederländ. und altdeutschen Malerschulen. Seine eigenen Leistungen in der Oltechnik zeichnen sich weniger durch geistige Selbständigkeit und Phantasie aus, als dadurch, daß sie technisch die vollendetste Wiedergabe der Stileigentümlichkeiten van Eyckscher, Holbeinscher u. s. w. Vorbilder sind. Diese eminente Befähigung erhöht den Wert seiner Stecherarbeit, in der G. vollendete Nachschöpfungen zu geben versteht. Stofflich und geistig dringt er in die Wesenheit der Originale auf überraschende Weise ein. Auch als Stecher bewegt sich G. mit Vorliebe auf dem Felde des Quattrocento und hat in dieser Richtung mitseiner Madonna nach G. Bellini (1866), dem Mann mit der Nelke nach Jan van Eyck, so- wie der Madonna von Botticelli (1872) Blätter geschaffen, welche stets neben den allerersten Leistungen der graphischen Künste zu nennen sein werden. Ein Meisterstück stofflicher Imitation ist ferner sein Vespro nach Michel Angelos Marmorfigur an den Mediceergräbern. Von Werken modernen Sujets verdienen Erwähnung das Porträt Papst Pius' IX. (1874) und der — 7 nach der Thorwaldsenschen Gruppe Venus und Merkur (1867). Auf der Ausstellung der graphischen Künste in Wien 1883 erschienen noch ein Porträt des Grafen Chambord, Die D15 zu Emaus nach Rembrandt, die Bildnisse D. Guerangers und Papst Leos XIII.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 453Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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