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ReligionBrockhaus 1882

Gozan, ein Teil von Mesopotamien, ist eine der Gegenden, wohin, nach der Bibel, die 10 Stämme Inden von den assyr. Königen verpflanzt wurden. In den Keilschriften kommt sie ebenfalls unter dem Namen Guzana oder Gilzan, vor, und noch Ptolemäus erwähnt den Landstrich Gauzanitis. Bei Strabo und Plutarch erscheint der Name unter der aramäisierenden Form Mygdonia, als dessen Hauptstadt die Stadt Nisibis (s. d.), die unter dem Seleuciden Antiochia in Mygdonien genanntwurde. Das Land G. ist vom Chabur, dem Chaboras der Griechen, durchflossen. In den ältesten Zeiten existierte auch die Stadt G., die in den Keilschriften neben der Stadt Nasibin erwähnt wird; doch scheint dieselbe später durch letztere verdunkelt worden zu sein. Goeze (Joh. Melchior), ein unter dem Namen (Zionswächtero zu seiner Zeit bekannter luth. Theolog, zugleich auch Bibliograph, geb. zu Halberstadt 16. Okt. 1717, studierte zu Jena und Halle, wurde 1741 Prediger zu Aschersleben, 1750 zu Magdeburg und 1755 Hauptpastor an der Katharinenkirche zu Hamburg, wo er 19. Mai 1786 starb. Seiner Neigung zur Polemik folgend, geriet er in zahlreiche litterarische Streitigkeiten mit Vertretern der Aufklärung. Besonders hatten sein Kollege Alberti in Hamburg, Bahrdt, Basedow, A. F. Büsching, Goethe (wegen »Werthers Leideno), Lessing und Semler seine Kampflust zu empfinden. Er hat viel geschrieben, namentlich Predigten und Streitschriften, die aber größtenteils vergessen sind. Sein „Versuch einer Historie der gedruckten niedersächs. Bibeln vom J. 1470 bis 1621 (Halle 1775) und andere bibliogr. Arbeiten haben indes auch heute noch ihren Wert. Am berühmtesten ist er durch seinen Streit mit Lessing geworden, den er wegen der Herausgabe der «Fragmente eines Ungenannten v (Hermann Samuel Reimarus) in den «Wolfenbütteler Beiträgend 1777 angriff. Diese Fragmente waren aus einem Werke Reimarus', «Schußschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes», entlehnt. Lessing verteidigte sich dagegen durch seinen berühmten „Anti-Goeze » (1778). Vgl. Röpe, Jo-Vyde Melchior G. Eine Rettung » (Hamb. 1860); oden, Lessing und G.v (Lpz. 1862). Goeze (Joh. August Ephraim), Bruder des vorigen, geb. zu Aschersleben 28. Mai 1731, gest. 27. Juni 1793 als Hofdiakonus der Stiftskirche zu Quedlinburg. Schon über 40 J. alt, wurde er durch denn Re Versuche mit dem Mikroskop veranlaßt, sich en Naturwissenschaften zu widmen, und machte darin solche Fortschritte, daß er bald unter die vorzüglichsten Naturhistoriker Deutschlands damaliger Zeit gezählt wurde. Unter seinen gelehrten Werken ist der 4Versuch einer Naturgeschichte der Eingeweidewürmer tierischer Körper » (Dess. 1782; Nachtrago dazu, Lpz. 1800) zu erwähnen. Nächstdem veröffentlichte er Volksschriften, wie «Nützliches Allerlei (6 Bde., Halle 1785—88), Natur, Menschenleben und Vorsehung » (6 Bde., Halle 1789—92) u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 252Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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