FeedGräb (Karl Georg Anton)
BaukunstBrockhaus 1882

Gräb (Karl Georg Anton), Landschafts⸗ und Architekturmaler, geb. zu Berlin 18. März 1816, bildete sich in der Dekorationsmalerei im Atelier des Hoftheatermalers J. Gerst und an der Akademie aus und übernahm 1838 die Stelle eines Dekorationsmalers am Königstädtischen Theater in Berlin, die er jedoch nach 14 Monaten wieder aufgab, um eine längere Studienreise nach der Schweiz, dem südl. Frankreich und den Pyrenäen zu unternehmen. Später besuchte er noch Italien und Sicilien. Er teilte dann mit Gerst die Leitung seines Ateliers, doch übernahm er auch auf eigenen Namen die vollständige Dekorationsausstattung für verschiedene Provinzialbühnen. Außerdem war er auch als Staffeleimaler thätig. So war in Amsterdam von seiner Hand das Bild ausgestellt: Grabdenkmale der Grafen von Mansfeld in der Andreaskirche zu Eisleben, wofür ihm die goldene Medaille erteilt wurde. Auf Bestellung der Stadt Berlin vollendete er 1867 eine Ansicht des alten berliner Stadthauses (im Sitzungssaale des Magistrats). In demselben Jahre war sein Bild ausgestellt, welches den Marktplatz von Leitmeritz zum Vorwurf hat. Im J. 1870 machte auf der berliner Kunstausstellung seine fein ausgeführte sonnige Marina di Amalfi Aufsehen. Eins seiner trefflichen Gemälde ist das Innere der tübinger Georgskapelle mit den württemberg. Familiengräbern (im berliner Privatbesitz), ferner das des halberstädter Doms in der dortigen Nationalgalerie und die prager Synagoge im breslauer Museum. G. ist auch vanegleide Aquarellist; die kaiserl. Familie besitzt eine Reihe von Aquarellen von seiner Hand: Stolzenfels-Ansichten, Intérieurs von verschiedenen Schlössern, Ansichten von Sanssouci u. s. w. Im Auftrage des Prinzen Friedrich der Niederlande schuf G. ein Album von über 100 Aquarellen landschaftlicher und architektonischer Darstellungen aus der Herrschaft Muskau. G. wurde 1851 vom Könige zum Hofmaler, 1855 zum Professor an der Akademie ernannt und 1869 in den Senat der-Hegen erwählt. — Sein Sohn Paul G. leistet Geiegenes in der Art des Vaters.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 254Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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