FeedBerthet (Elie Bertrand)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Berthet (Elie Bertrand), franz. Romanschriftsteller, geb. 9. Juni 1815 zu Limoges, lebt seit 1834 als Schriftsteller in Paris. Unter seinen zahlreichen Romanen sind hervorzuheben: WLa béte du Catacombes de Pariso, Le gentilhomme verriero, „La belle drapières, Les houilleurs de Poligniesv, Le bon vieux tempso, Le réfractaires, erthier exandre t von gram, table des franz. Kaiserreichs, Majorgeneral der Armee, wurde 20. Nov. 1753 zu Versailles geboren, besuchte die Militärakademie, trat dann in das Geniekorps und wurde 1770 als Lieutenant in den Generalstab versetzt. Im J. 1778 ging er mit Ro-i mbeau nach Amerika, von wo er mit dem Grade eines Obersten zurückkehrte. Dann trat er in den Generalstab des Marschalls Segur, wurde 1790 Generalkommandant der Nationalgarde von Versailles, 1792 Brigadegeneral und Generalstabs in der Armee des Generals Luckner und 1795 Di⸗ ö visionsgeneral und Chef des Generalstabes bei der Armee in Italien. Als dort 1796 Bonaparte den Oberbefehl bernahm, trat B. zu demselben in ein 5 vertrautes Verhältnis. Es wurde ihm der befehl des Heers anvertraut, als m Bona1—360 nach Rastatt begab. Um die ordung es Generals Duphot zu rächen, rückte er im Jan. 1798 in das päpstl. Gebiet ein, 191 te 13. Febr. Rom, verkündete daselbst die Republik und vertrieb mit großer Strenge die franz. igranten. Das Direktorium war indessen mit der von ihm ge06 Lomn Konvention nicht zufrieden, und B. trat onapartes na gypten und Syrien schloß sich B. als Chef des Generalstabes an, kehrte mit dem Obergeneral zurück und trug zur En cheidung des 18. Brumaire 1799 bei, an we chem Tage er Kriegsminister wurde. B. begleitete 1800 als Generalstabschef Bonaparte nach Italien und machte sein Geschick ganz besonders beim Zuge über die Alpen und in der Schlacht bei Marengo geltend. Er setzte nach dem Friedensschlusse in MPiemont eine provisorische Regierung ein und war als außerord. Botschafter in Spanien erfolgreich thätig, übernahm dann jedoch wieder das Kriegsministerium. Im R 1805 begleitete er den Kaiser zur Krönung nach Mailand, dann als Chef des Generalstabes in den Krieg Kadin Osterreich, unterzeichnete 17. Okt. die Kapitulation von Ulm, 6. Dez. den Waffenstillstand von Egegen W wohnte 1806 und 1807 den Feldzügen gegen Preußen und Rußland bei und vollzog im Juni den Waffenstillstand von Tilsit. 4 bei der Thronbesteigung war er zum Marschall Reichs und Großo 1—7 der Chrenlegion ernannt worden; ufch der Abtretung der beiden Fürstentümer Neuf atel und Valengin von seiten Preußens erhielt er 30. 2 1806 von Napoleon die souveräne Hemichast über dieselben. überdies wurde er zum Mitgliede des Senats und zum Vizeconnetable des Reichs erhoben. B. are Ein 1808 auf Wunsch des Kaisers mit Marie Elisabet Amalie, der Tochter des Herzogs Wilhelm von Bayern-Birkenfeld (geb. 1784, gest. 1849), obschon sein Herz seit einem Jahrzehnt einer Visconti geörte. Im Pocddlen von 1809 gegen Ssterreich tajorgeneral der Armee erhielt er nach der Schlacht von Lite eine in der er uon Wag Dienste geleistet, den Titel eines Fürsten von Wagram. Der Kaiser sandte ihn 1810 nach Wien, um daselbst seine Vermählung mit Marie Luise, der Tochter Franz I., zu vollziehen. In dem Feldzuge von 1812 wie in denen von 1813 und 1814 war B. wiederum Napoleons Majorgeneral der Armee und Chef des Generalstabes. bie de ließ B.s hoher Begabung für diese Stellung die gerechteste Anerkennung widerfahren, obschon er ihm die Fähigkeit selbständiger Kommandoführung nicht zutraute. Nach dem Sturze Napoleons mußte B. sich Ludwig X. eufchätel aufgeben und unterwarf sich Ludwig XVIII., von welchem er die Würde eines Pairs und Marschalls von Frankreich sowie den Titel eines Kapitäns der Garden erhielt. Napoleon, der an der innern Ergebenheit B.s nicht zweifelte, machte ihm von Elba aus Eroffnungen, die B. jedoch weder beantwortete noch Ludwig XVIII. Crihnise m was ihn beiden verdächtigte. Die Ereignisse im März 1815 stürzten ihn in gänzliche Ratlosigkeit. Nach langem Zaudern begab er sich nach Bamberg u seinem Schwiegervater: sein Geist war zerrüttet. m 1. Juni 10 er von dem Balkon des Schlosses + eine Abteilung russ. Truppen nach der franz. renze vorüberziehen; von diesem Anblicke erregt, — er sich auf die Straße herab und fand den d. Er wurde in der Kirche zu Banz graben. B. saenlemomess — Zu Paris erschienen 1826 seine Meémoires7ꝰ. — Victor Leopold B., Bruder des vorigen, geb. 12. Mai 1770 zu Versailles, trat ebenfalls früh in die franz. Armee, wurde 1795 Generaladiutant, machte als solcher die Feldzüge gegen die Osterreicher und Russen mit, sah da 1798 den Grad eines 75 des Benerall versah dann den Dienst eines Chefs des Generalstabes in verschiedenen Armeekorps und wurde 1805 zum ½½½ erhoben. Er zeichnete sich in der be Lude ei Austerlitz und im 95 zuge von 1806 bei Lübeck aus. B. starb 21. März 1807 zu Paris. — César B., geb. 4. Mai 1765, ein anderer Bruder des Marschalls, diente lange im Kriegsdepartement und machte nur durch seinen Namen Carriere. Er wurde 1799 Brigadegeneral und befehligte 1805 das Küstenkorps in Holland. Im J. 1811 wurde B. zum Divisionsgeneral und in den Grafenstand erhoben; auch erhielt er das Gouvernement von bie. und dann von Corsica; 1814 trat er auf die Seite Ludwigs XVIII. Er Iren 17. Aug. 1819 zu Grosbois. — Napoleon Alexandre B., Fürst von Wagram, der Sohn des Marschalls, geb. 11. Sept. 1810, wurde 26. Runz 1852 Senator und zählte zu den eifrigsten nhängern Napoleons III.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 876Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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