FeedGraham (Thomas)
NaturlehreBrockhaus 1882

Graham (Thomas), verdienstvoller Chemiker, eb. zu Glasgow 20. Dez. 1805, studierte auf der Universität seiner Vaterstadt, promovierte 1826 und setzte dann seine Studien in Edinburgh fort. Nach Glasgow zurückgekehrt, errichtete er hier ein Laboratorium für chem. Untersuchungen und wurde bald darauf zum Professor der Chemie an der Andersonian Institution erwählt. Diese Stellung bekleidete er bis 1837, wo er in gleicher Eigenschaft an die Universität in London berufen wurde. Unter den zahlreichen Entdeckungen, die seinen Namen berühmt machten, ist die über die Diffusion der Gase Vavozeuheben, für welche er 1834 den von der Royal Society in Edinburgh ausgesetzten Preis erhielt; ferner die Untersuchungen über die Bildung der Phosphate und anderer Salze (1836), über die Verbreitung der Flüssigkeiten (1851 und 1861) und über die osmotische Kraft (1854). Höchst wichtig waren auch seine Beobachtungen über die schlagenden Wetter in den Kohlengruben bei Neweastle, die er 1848 im Auftrage der Regierung anstellte. Seine meisten Abhandlungen sind in den «Philosophical Transactionso und den Memoiren der londoner Chemical Society enthalten; ein anerkannt klassisches Werk sind seine Elements of chemistryv (neue Aufl., 2 Bde., Lond. 1865; deutsch von Otto, 4. Aufl., 5 Bde., Braunschw. 1863 — 73). Im Febr. 1855 ward G. als Nachfolger Herschels zum Master of the mint (Direktor des königl. Münzwesens) erhoben, infolge welcher Ernennung er seine Professur niederlegte. G. starb zu London 15. Sept. 1869. Ihm wurde 1872 zu Glasgow auf dem George— Square eine Statue errichtet. Vgl. Hofmann, «Gedächtnisrede auf Thomas G.» (Berl. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 271Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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