Thomas (Sydney Gilchrist), der Erfinder des nach ihm benannten Entphosphorungsverfahrens (. unter Eisenerzeugung und unter Metallurgie), wurde in oder bei London im April 1850 geboren. Ursprünglich für den ärztlichen Beruf bestimmt, sah er sich in seinem 17. Jahre durch den Tod seines Vaters genötigt, die Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Seine Neigung war jedoch schon damals der Chemie und Metallurgie zugewendet, und in seinen Mußestunden widmete er sich derartigen Studien und Versuchen mit solchem Cifer, daß er die Prüfung der Royal School ot Mines bestehen konnte mit Ausnahme derjenigen Zweige, bei welchen eine vorherige praktische Thätigkeit Bedingung war. Im J. 1870 wurde zuerst durch eine Reihe von Vorträgen, welche er in der Birkbeck Institution hörte, der Gedanke in ihm erregt, die Entphosphorung des Roheisens im Bessemer-Konverter zu versuchen, und von da an war er unablässig um die Lösung dieser vom wissenschaftlichen wie vom geschäftlichen Standpunkt hochwichtigen Aufgabe bemüht. Im J. 1876 verband er sich mit seinem Vetter Perey Gilchrist, der als Chemiker auf den Blaenavon-⸗Eisenwerken beschäftigt war, zur Vornahme umfangreicher Versuche. Als Resultat derselben fand T., daß als Ausfütterung des RKonverters magnesiahaltiger Kalkstein, bei der höchsten erreichbaren Temperatur gebrannt, mit einer geringen Beimischung von Wasserglas am besten geeignet sei, den Phosphorgehalt des Eisens zu entfernen. Im November 1877 nahm er sein erstes Patent, dem zahlreiche andere folgten. Er erhielt 1882 die Medaille der Society of Arts, 1883 die goldene Bessemer-Medaille. Nachdem er eines Lungenleidens wegen den Winter 1882 in Australien, den folgenden Winter in Algier verlebt, starb er 1. Febr. 1885 in Paris.