Granate lital. granata, frz. grenade, gebräuchlicher obus) nennt man ein mit Pulver gefülltes und mit einem Zünder versehenes Hohlgeschoß, welches Perkussions-‚ Spreng⸗ und Brandwirkung ausübt. (S. Geschoß und Illustrationen zu diesem und Geschütz.) G. sind gegenwärtig meist von länglicher Gestalt und, wenn sie für Hinterladungsgeschütze bestimmt sind, behufs ihrer Führung mit einem Bleimantel ober mit Kupferringen versehen. Wenn sie eine im Verhältnis zum Kaliber mehr als doppelte Länge haben, so nennt man sie Langgranaten, wenn sie mit Brandsatz gefüllt sind, so heißen sie Brandgranaten. Von großer Wirkung gegenüber lebenden Zielen sind die Doppelwandgranaten und die Ringgranaten. (S. Geschoß.) G. der genannten Art haben in der Regel Perkussionszünder und große Sprengladung, da man bei ihnen die minenartige Sprengwirkung im Ziele als maßgebend für die aralihen Segmentgt betrachtet. Die frühern englischen Segmentgranaten waren mit Eisenstücken (statt Bleikugeln) gefüllte Shrapnels. Gegen Panzerungen wendet man statt gewöhnlicher gußeiserner G. solche aus Stahl oder Eisenhartguß an. shar z und Hartgußgranaten haben eine scharf zulaufende Spitze und können den Zünder entbehren, da die Sprengladung lediglich durch die Erhitzung des Geschosses beim Durchschlagen des Panzers sich letenern Handgranaten sind runde Hohlgeschosse kleinern Kalibers und Gewichts (etwa 1 Kg), welche mit der Hand dem Feinde entgegengeworfen werden. Im 17. und 18. Jahrh. führte man solche im Felde mit, und hießen die mit dem Werfen derselben betrauten Truppen Grenadiere, die sich mitunter auch eines Granatgewehrs (s. d.) zum Werfen derselben bedienten. Später verwendete man die Handgranaten nur noch im Festungskriege. Eine größere Zahl von Handgranaten, welche gleichzeitig aus einem schweren Mörser ähnlich einer Kartätsche geworfen wurden, ergaben den Granathagel oder Wachtelwurf.