Handgranaten sind kleine Hohlkugeln, mit Sprengladung und langsam brennendem Zünder versehen, welche mit der Hand auf den Feind geschleudert werden. Solche kommen bereits um 1500 vor. (S. Geschoß, Bd. VII, S. 8774.) Im 17. Jahrh. hatte man eine zum Werfen von H. bestimmte Gattung des Fußvolks, die Grenadiere (. d.), welche späterhin mehr eine Elite-Infanterie vorstellen. Im Festungskriege spielten die H. bis in die neuere Zeit eine gewisse Rolle, indem man dieselben benutzte, um die der Flankierung vom Walle aus entzogenen Teile des Grabens unter Feuer zu nehmen. Gegenwärtig sind die H. nirgends mehr in Gebrauch.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 808Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei