Grangers (d. h. Scheunenbesitzer, soviel wie Landleute, von grange, Scheune) nannte sich eine in den nordwestl. Staaten der nordamerik. Union im Frühjahr 1873 entstandene polit.⸗wirtschaftliche Bewegung, welche die Interessen der Landwirtschaft durch das bewegliche Kapital für gefährdet hielt und von der Einmischung der gesetzgebenden Gewalt Abhilfe für ihre Beschwerden erwartete und verlangte. Namentlich richteten sich ihre Angriffe gegen die Eisenbahnen, deren Frachtsätze sie herabgesetzt wissen und deren Monopol sie brechen wollten. Die Bewegung dehnte sich von Illinois ausgehend bald auf alle ackerbauenden Staaten, Indiana, Wisconsin, Jowa, Minnesota und Kansas aus, hatte jedoch keinen langen Bestand. Jowa und Illinois erließen zwar Gesetze, welche den Eisenbahnen niedrigere, von den G. diktierte Frachtraten aufzwangen; indessen halfen sich die geschädigten Bahnen damit, daß sie in diesen Staaten überhaupt keine Frachten annahmen, sodaß die G. bald nachgeben mußten, zumal das Geld für neue Eisenbahnen, die ohne Aussicht auf Gewinn gebaut werden sollten, sich nicht auftreiben ließ. Die ursprünglich spontane Agitation, die eine Frucht des Krachs vom Jahre 1873 war, geriet jetzt bald in die Hände der Handwerkspolitiker, worauf dann die G. auch wieder in den beiden großen Parteien aufgingen. Schon bei der Präsidentenwahl von 1876 kamen die G. kaum mehr in Betracht.