Granville, Seestadt im franz. Depart. Manche, Arrondissement Avranches, 26 kKm im NW. von Avranches, an der Mündung des Bosg, auf dem steilen een. Pointe du Roc oder Kap Lihou 40 m hoch gelegen, ist ein Kriegsplatz zweiter Klasse, Sitz eines Handelstribunals und einer Handelskammer, Endstation der Linie Paris-G. der Französischen Westbahn, hat eine Hydrographische Schule, viel besuchte Seebäder und zählt (1876) 12527 E., welche Schiffsbau, Stockfischfang und Austernfischerei treiben, Seile, Leberthran, Kerzen, chem. Produkte verfertigen und Branntweinbrennereien unterhalten. G. ist ein wichtiger Handelshafen; die beiden Hafenbassins können die größten Segelschiffe und Dampffregatten aufnehmen. Die Ausfuhr besteht in Austern, behauenen Steinen, Korn und Mehl, Fettwaren, Fischthran u. s. w., die Einfuhr in nordischen Hölzern, Dünger, Knochenkohle, Harzen, Weinen, Eisen und Stahl, Glas und Krystall, namentlich in Steinkohlen. Die Küste ist an schönen Austern eine der reichsten; 1875 wurden 1042839 Stück gefischt. Zu Anfang des 11. Jahrh. entwickelte sich der Ort um ein normann. Schloß; Karl VII. gab ihm Wälle und Privilegien. Die Bewohner kämpften erfolgreich 1793 gegen die Vendeer und 1808 gegen die Engländer. Vgl. Thévenot, Notice sur Je port de G.v