Grasmücke nennt man eine Gruppe der Singvögelgattung Sänger (Sylvia). Die hierher gehörigen Arten tragen insgesamt ein anspruchsloses Kleid und lassen äußerlich zwischen den Geschlechtern kaum einen Unterschied bemerken. Sie feder oberhalb graues oder bräunlich-graues Gefieder, kräftige, geschildete, die Mittelzehe an Länge etwas übertreffende Läufe, kurze Flügel, geraden, dünnen, pfriemenartigen Schnabel mit etwas übergebogener Spitze, und sind lebhafte Vögel, die in Gärten und Gebüschen vorzugsweise von Insekten, Ungeziefer, weichen Beeren und Samen leben. Unter ihnen ist in Deutschland besonders die Gartengrasmücke (S. hortensis) als Singvogel sehr geschätzt, da sie einen zwar nicht sehr lauten, aber recht angenehmen, flötenden Gesang besitzt. Das Männchen ist oberseits bräunlich-aschgrau, von der Kehle bis zum Bauche schmutzig-weiß, und die äußern Schwingfedern sind einfarbig aschgrau. Sehr ähnlich ist die Dorngrasmücke (S. cinerea), aber durch die gelblichweiße Färbung der Unterseite und durch die roströtliche Einfassung der äußern Schwing⸗ und Steuerfedern unterschieden. Die Mönchsgrasmücke 10 atricapilla) ist allgemein unter dem Namen Plattmönch bekannt und als Sänger sehr geschätzt. Die beim Männchen schwarze, beim Weibchen rostbraune Kopfplatte läßt sie leicht unterscheiden. Sie läßt sich leicht im Bauer halten und singt von Weihnachten bis zum Sommer. Ihr Vaterland erstreckt sich durch ganz Mitteleuropa bis zu den Canarischen Inseln. Die größte deutsche Art ist die Sperbergrasmücke (S. nicoria), deren Gesang unangenehme Schnarrtöne hat. Sie ist oben olivenbraun, unten weißlich, Schwingen und Schwanzfedern dunkelbraun, weiß gesäumt.