FeedGrattan (Henry)
GeschichteBrockhaus 1882

Grattan (Henry), berühmter irischer Redner, geb. 3. Juli 1746 zu Dublin, studierte in Dublin und London die Rechte und wurde 1775 ins irische Parlament gewählt. Er stand bald an der Spitze der Opposition, der es 1782 gelang, die Widerrufung der Akte von 1721, welche Irland von der engl. Legislative abhängig machte, zu erwirken. Weniger glücklich war er mit der Emancipation der Katholiken, die er, obwohl selbst protestantisch, energisch befrwortete. Nach Ausbruch der Rebellion von 1798 zog sich G. von der Offentlichkeit zurück, aus der er nur hervortrat, um 1800 die Union mit England zu bekämpfen. Im J. 1805 ward er für den Flecken Malton und 1806 für Dublin ins brit. Unterhaus gewählt. Auch hier verfocht er namentlich die kath. Emancipation. Er starb in London 14. Mai 1820 und ward in der Westminsterabtei begraben. Seine Reden wurden von seinem Sohne gesammelt (4 Bde., Lond. 1822), welcher auch Like and times of Henry G.v (5 Bde., Henry G., Sohn des vorigen, geb. um 1790, wurde gleichfalls 1826 für Dublin ins Parlament gewählt, unterlag aber 1830 gegen den Tory-Kandidaten Frederick Shaw. Seit 1832 war er Vertreter der Grafschaft Meath und machte sich 1851 im Unterhause durch die Heftigkeit seines Widerstandes gegen die Eeclesiastical Titles-Bill bemerklich. Er starb 16. Juli 1859.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 307Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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