Grävius (Joh. Georg), eigentlich Gräve oder Greffe, Philolog und Kritiker, geb. 29. Jan. 1632 zu Naumburg an der Saale, erhielt seine erste Bildung in Pforta und studierte dann in Leipzig die Rechte, fühlte sich jedoch mehr von den philol. Wissenschaften angezogen. Durch J. Fr. Gronov veranlaßt, widmete er sich in Deventer humanistischen Studien, setzte dann in Leiden dieselben fort, bis er 1656 einen Ruf als Professor nach Duisburg erhielt. Zwei Jahre darauf übernahm er Gronovs Stelle am Athenäum zu Deventer. Nachdem er 1661 als Professor der Geschichte nach Utrecht gegangen, ernannte ihn Wilhelm III. von England zu seinem Historiographen. Er starb zu Utrecht 11. Jan. 1703. Als gründlichen Sprachforscher bewährte er sich in den Ausgaben vieler Klassiker. Zeugnisse seines Fleißes sind sein «Thesaurus antiquitatum Romanarumo (12 Bde., Utr. 1694—99) und der nach seinem Tode von Burmann beendete Thesaurus antiquitatum et historiarum Italiaer (45 Bde., Leid. 170425). Sein Leben beschrieb Burmann (Leid. 1703).