FeedGronov (Joh. Friedr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gronov (Joh. Friedr.), einer der berühmtesten Altertumsforscher, geb. 8. Sept. 1611 zu Hamburg, studierte zu Leipzig, Jena und Altdorf, seit 1634 in Leiden und Gröningen, bereiste England, Frankreich und Italien. Im J. 1642 wurde er Professor der Geschichte und Beredsamkeit zu Deventer. Nach Dan. Heinsius' Tode ging er 1658 an dessen Stelle nach Leiden, wo er 28. Dez. 1671 starb. Seine Ausgaben des Statius, Justinus, Gellius, Phädrus, Seneca, Sallustius, Plinius, Plautus u. a., besonders aber des Livius und Tacitus, sowie seine „(Observationeso (neueste Ausg. von Frotscher, Lpz. 1831) sind voll der scharfsinnigsten und wichtigsten Verbesserungen, und sein CCommentarius de sestertiiso (Devent. 1643; Leid. 1691) zeugt von seiner gründlichen Kenntnis der röm. Sprache und Altertümer; auch seine Ausgabe des Hugo Grotius: De jure belli et pacis o, ist wegen der Anmerkunen geschätzt. Vgl. Wilckens, Leben des berühmten Foh. Friedr. Gronoviiv (Hamb. 1723). Jakob G., Sohn des vorigen, geb. 20.Okt. 1645 zu Deventer, studierte teils hier, teils zu Leiden, reiste nach England, Spanien und Italien, erhielt dann eine Professur der griech. Sprache in Pisa, die er 1679 mit der Professur der schönen Wissenschaften zu Leiden vertauschte, wo er später Georaph der Universität wurde und 21. Okt. 1716 tarb. Er war ein ebenso gelehrter als fleißiger Kritiker. Außer dem Polybius (1670) gab er auch den Herodot, Cicero und Ammianus Marcellinus, sowie den schätzbaren Thesaurus antiquitatum Graecorumo (13 Bde., Leid. 1697 —1702) und die Sammlungen des Grävius heraus. Wegen seiner Schmähsucht wurde er in manche unangenehme Streitigkeiten verwickelt. Abraham G., der älteste Sohn des letztern, geb. zu Leiden 1694, gest. als Professor und Universitätsbibliothekar daselbst 17. Aug. 1775, hat sich durch seine Ausgaben des Justin, Pomponius Mela, Tacitus und besonders auch der «Varia historia des Claudius Alianus ebenfalls als einen guten Philologen bewährt. Johann Friedrich G., Bruder des vorigen, geb. 10. März 1690 zu Leiden, gest. als Ratsherr zu Leiden 1760, stand als Botaniker in ausgebreitetem Rufe und schrieb eine Flora Virginican (Leid. 1743) und Plora orientaliso (Leid. 1755). Lorenz Theodor G., Sohn des vorigen, war Ratsherr in Leiden und starb 1778 daselbst; er schrieb Museum ichthyologicumo (2 Bde., Leid. Leid. 1763—81).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 440Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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