FeedBurman
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Burman ist der Name eines durch mehrere berühmte Gelehrte ausgezeichneten Geschlechts, das ursprünglich aus Köln stammte. — Franz B., geb. 1628 zu Leiden, wohin sein Vater als vertriebener Prediger aus Frankenthal geflüchtet war, gest. als Professor der Theologie zu Utrecht 12.Nov. 1679, 6 als theol. Schriftsteller bekannt, namentlich durch seinen Kommentar über das Alte Testament 8. 1660—78). — Sein ältester Sohn, Peter „geb. zu Utrecht 6. Juli 1668, studierte in der Vaterstadt und zu Leiden die Rechte und bereiste dann Deutschland und die Schweiz. Nach seiner Rückkehr 4 er an, in Utrecht zu praktizieren; doch ließ er sich durch die glänzenden —4 e, die er auf dieser Laufbahn hatte, nicht dem früh begonnenen Studium der Alten entfremden, als dessen Frucht die Abhandlung De vectigalibus populi Romanio (Utr. 1694; neue Ausg. 1737) 65 ien. Auf Grävius' Sunehre ward er 1696 Professor der Ge⸗ —— und Beredsamkeit an der Universität zu trecht, . or Amt er später mit der Professur der griech. Sprache und Politik vertauschte. Er 60 17¹⁵ na Hlankeif u Tode als minher der n Beredsamkeit und griech. Sprache nach Leiden, wo er 31. März 1741 starb. Seit dem Antritt seines akademischen Lehramts verging Re kein Jahr, in welchem er nicht entweder einen Klassiker mit Anmerkungen, oder eine Rede, oder lat. Verse, worin er Meister war, oder endlich ein Pamphlet wider seine Gegner herausgab, deren ihm seine hatte w und Unduldsamkeit sehr viele zugezogen atte, und unter denen Clericus und Bentley die sch dunch Ko waren. Seine Ausgaben empfehlen sich durch Korrektheit, Fülle an Materialien und Schönheit des Drucks; als Kritiker war B. weniger bedeutend. Die von ihm bearbeiteten lat. Klassiker sind: Petronius (Utr. 1709; neue Ausg., Amsterd. 1743), Vellejus Paterculus (Leid. 1719 u. 1744%, Quinctilianus (2 Bde., Leid. Cuert Valerius Flaccus (Leid. 1724), Phädrus (uerst Amsterd. 1698, zuletzt Leid. 1727), Ovidius (4Bde., Amsterd. 1727), Poctae minoresv (Leid. 1731), Suetonius (2 Bde., Amsterd. 1736), Lucanus (Leid. 1740). Für die Litteraturgeschichte ist seine Sylloge epistolarumo Bde., Leid. 1727) von Wichtigkeit. Sein Sohn, Kaspar B., geb. 1696 zu Utrecht, 22 die Rechte studierte und als Ratsherr zu Utrecht 86 Aug. 1755 kteh ab außer einigen jurist. chriften Utrechtsche aarboekeno (3 Bde., Utr. 26. Apul 1 — Johann B., geb. zu Amsterdam daselbst 20. Jan. 1779, hat seiner Wissenschaft durch mehrere Werke wesentliche Dienste geleistet, unter denen der Thesaurus Zeylanicuso (Amsterd. 1737) Rariorum Africanarum plantarum ad vivum delineatarum decades X (Amsterd. 1738—39) und der Inder zum Hortus Malabaricuso (Amterd. 1779) zu erwähnen. — Nikolaus Laurens „Sohn des vorigen, geb. zu Amsterdam 1734, des Vaters Nachfolger auf dem Lehrstuhle der Botanik, gest. 11. Sept 1793, hat sich ebenfalls um die Botanik namhafte Verdienste erworben, teils durch eigene Schriften, teils durch Förderung fremder Unternehmungen. Er war es, der Thunberg bestimmte, das Kap und Japan zu besuchen, welcher Reise die Botanik bedeutende Bereicherungen zu danken hat. Sein Hauptwerk ist die Flora Indiaen Leid. 1768, mit Kupfern). — Peter B., jüngerer ruder Johann B.s, der sich Secundus nannte, eb. zu Amsterdam 13. Okt. 1714, verfolgte als Whies anz die Richtung seines gleichnamigen Oheims, der ihn nach dem frühen Tode seines Vaters ine Er ußerdem waren Duker und Drakenborch seine Lehrer. Er studierte zu Utrecht die Rechte und Philologie, und ward 1734 Doktor der Rechte. Doch schon 1735 erhielt er den Lehrstuhl der Beredsamkeit und Geschichte auf der Universität zur Franeker, welchen er 1741 mit dem der Poesie vertauschte. Er ging 1742 an d'Orvilles Stelle als Lehrer der Geschichte und alten 4.— en nach Amsterdam und erhielt 1744 den Lehrstuhl der Poesie. Seinem Oheim, gleich dem er viele treffliche Ausgaben, besonders lat. Klassiker, geliefert hat, glich er sowohl in umfassender Gelehrsamkeit und einem seltenen Talent für die lat. Dichtkunst als auch in der Reizbarkeit des Charakters, wodurch er in große Streitigkeiten verwickelt wurde. B. starb 24. Jmi 177⁸ au seinem Landgute Sand6 t. Von ihm sind die Ausgaben des Virgilius Amsterd. 1746), Lotichius (Amsterd. 1754), der Anthologia veterum Latinorum epigrammatumo (2Boe., Amsterd. 1759 u. 1775), des Aristophanes (2 Bde., Leid. 1760), Claudianus (Amsterd. 1760), der Rhetoricas des Cicero (Leid. 1761) und des Propertius, den Santen (1780) beendete. enfamilie aus der Gruppe der Monokotyledonen. ie Vertreter derselben sind krautartige einjährige Gewächse mit einfachem Stengel und linealen Blättern. Sie besitzen zwitterige regelmäßige Blüten mit meist Neldpen und ein sechsteiligem Perigon, drei Staubgefäßen und einem mit drei Narben ver-Ftrat Griffel. Die B. gehören fast sämtlich der ora der Tropengegenden an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 755Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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