Gfrörer (Aug. Friedr.), deutscher Geschichtschreiber von wesent 5 kath.⸗kirchlicher Tendenz, geb. 5. März 1803 zu Calw im Schwarzwalde, absolvierte, zum Studium der evang. Theologie bestimmt, rasch die theol. Bildungsanstalten seines Vaterlandes und verließ im Herbst 1825 die Universität Tübingen. Nachdem er sich bis 1826 erst zu Lausanne, dann als Gesellschafter Bonstettens zu Genf aufgehalten, widmete er sich seit dem Frühjahr 1827 zu Rom dem Studium der ital. Sprache und Litteratur, erhielt 1828 die Stelle eines Repetenten im evang. Stifte zu Tübingen und wurde 1829 in gleicher Eigenschaft 1 0 Stuttgart versetzt. Da er die Neigung für den Kirchendienst bereits verloren hatte, so bot ihm 1830 seine Anstellung an der Landesbibliothek die erwünschte Gelegenheit, der theol. Laufbahn zu entsagen. Als erste Frucht seiner Studien erschien « Philo und die jüdischalexandrinische Theosophiev (2 Bde., Stuttg. 1831), welchem später die «Geschichte des Urchristentums Bde., Stuttg. 1838), sowie „Gustav Adolf, König von Schweden» (2 Bde., Stuttg. 1835—37; 4. Aufl., besorgt von Klopp, 1863) folgten. In diesen drei Werken, die ihrerzeit Aufsehen erregten, gab sich eine fortschreitende Neigung zum Katholizismus kund, die er endlich in seiner Allgemeinen Kirchengeschichter (4 Bde., Stuttg. 1841-46) offen bekannte. Im Herbst 1846 folgte er einem Rufe an die kath. Universität zu Freiburg, wo er zum Katholizismus übertrat. Bei den Streitigkeiten, in welche die bad. Regierung mit dem bischofl. Stuhl und infolge dessen auch mit der freiburger Universität geriet, verfocht er die Ansprüche des Papstes mit größter Heftigkeit. Unter seinen spätern Arbeiten ist die Geschichte der ost⸗ und westfränk. Karolinger » (2 Bde., Freiburg 1858) die bedeutendste. Noch sind hervorzuheben: Untersuchung über Alter, Ursprung, Zweck der Dekretalen des falschen Isidorusv (Freiburg 1848), «Urgeschichte des menschlichen Geschlechts» (2 Bde., Schaffh. 1855), Papst Gregor VII. und sein Zeitalterd (7 Bde., Schaffh. 1859.—61; Register, 1864), (Geschichte des 18. Jahrh.» (herausg. von Weiß, 4 Bde., Schaffh., 1862—74), (Zur Geschichte deutscher Volksrechtey (herausg. von Weiß, 2 Bde., Schaffh. 1866), Byzant. Geschichtend (aus seinem Nachlaß herausgegeben, ergänzt und fortgesetzt von Weiß, 2 Bde., „Gratz 1872—74). G. starb 6. Juli 1861 in Karlsbad. der westlichsten Provinz der türk. Regentschaft Tripolis in Nordafrika, 495 EKm im SW. von Tripolis und 660 kKm im NW. von Murzuk in Fezzan, hart an der Südostecke der alger. Sahara und an der Nordgrenze des Tuareggebietes, in 423 m Höhe, am Kreuzpunkte wichtiger Handelsstraßen inmitten Jeiner Oase gelegen, ist ein ansehnlicher Handels⸗ [platz und der Sitz des Kaimakams. Die Oase ist fast kreisrund von einer Mauer umgeben. Die engen Straßen sind fast durchweg bedeckt. Der Ort hat sechs Moscheen, sieben Schulen und etwa 7000 E., worunter viele Kaufleute, deren Handel sich hauptsächlich nach Tripolis, i Kano, Timbuktu und Tuat richtet. Es wo nen darin zwei Tuaregstämme, ein arabischer und einer aus Negermischlingen, jeder in einem ummauerten Quartier. Ausfuhrartikel sind Elfenbein „Wachs und Rinds-Rrern rot⸗ und gelbgefärbte Ziegenfelle, Straußedern, Gold, Baumwollzeuge, Gummi u. s. w. Dagegen bringen die Karawanen Seide und Glasperlen aus Venedig, Wollstoffe und rote Kappen saus Tunis, Papier, Zucker, Zink und Kupfer, Schwertklingen, Spiegel, Nadeln u. s. w. aus 1 1 und andern Ländern. Auch kommen utte etwa 500 meist weibliche Sklaven an. itten in der Stadt entspringt eine Quelle von 30 C., der die Stadt ihre Existenz verdankt und die mit zur Bewässerung der Gärten benutzt wird. Der Boden dieser immergrünen Gärten voll Palmen, Feigen, Aprikosen, Quitten, Gemüse und Getreide, besteht aus einer leichten sandigen Mergelschicht, ein großer Teil daneben aus einem kleinen Becken quaternärer Formation mit thonhaltigen braunen Mergeln und gelben gipshaltigen Kalken. Die Brunnen haben im allgemeinen eine Tiefe von 20 bis 25 meund lassen sich leicht vermehren, indem mit einer Tiefe von 120m das magllt uur Wasserbecken erreicht wird. Das Klima gilt für sehr gei. Regen fällt äußerst selten. Während acht onaten des Jahres hat man eine Hitze von 35 bis 40 C., während es im Winter fast jede Nacht friert und das Thermometer bis auf 5 unter Null sinkt. Während der Aquinoktien wird der Südwestwind zum gewaltigen Sandsturm. Die gänzlich erbrochenen Lager von Dolomit⸗ und Quarzblöcken in der Umgegend verleihen dem sog. Plateau der Idole den täuschenden Anblick einer Ruinenstadt. G. hieß bei den ömern Cidamus und wurde 19 v. Chr. von Cornelius Balbus, 646 von den Arabern erobert.