Gruter oder Gruytère (Janus), ein um die röm. Litteratur vielfach verdienter Gelehrter, geb. 3. Dez. 1560 zu Antwerpen, wurde von seiner Mutter, einer sehr gelehrten Frau, in den alten Sprachen unterwiesen, studierte dann zu Cambridge und Leiden und erhielt 1586 die Professur der Geschichte in Wittenberg, die er jedoch, weil er die Konkordienformel nicht unterzeichnen wollte, wieder aufgeben mußte. Von Wittenberg ging er nach Rostock und von hier wurde er 1592 nach Heidelberg berufen, wo er 1602 zugleich Bibliothekar wurde. Nach roberung der Stadt 1622 und dem Verluste seiner ansehnlichen Bibliothek flüchtete er auf ein nahe gelegenes Landgut. Später nach Heidelberg zurückgekehrt, starb er daselbst 20. Sept. 1627. Von Wert ist besonders seine Sammlung der besten kritischen und antiquarischen Abhandlungen des 16. Jahrh., die er unter dem Titel Lampas sive fax artium liberaliumo (7 Bde., Frankf. 1602; 4 Bde., Flor. 1737 — 51) herausgab, sowie sein großes Inschriftenwerk «Inscriptiones antiquae totius orbis Romanorumo (2 Bde., Heidelb. 1603), welches später von Gudius, Grävius und Burmann wieder herausgegeben wurde (4 Bde., Amsterd. 1707). Auch gab er mehrere lat. Klassiker Ichweiz