FeedGreuze(Jean Baptiste)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Greuze(Jean Baptiste), berühmter franz. Genremaler, geb. 21. Aug. 1725 zu Tournus bei Mäcon „(Depart. Saöne-et-Loire), erhielt den ersten Unterricht von dem lyoner Maler Gromdon, der ihn nach Paris mitnahm, wo er fleißig nach Gipsabgüssen und Modellen auf der Akademie zeichnete. Sein erster Versuch eigener Erfindung war die Bibelvorlesung des Hausvaters. Im J. 1755 unternahm er eine Reise nach Rom, um sich technisch zu vervollkommnen. Sein akademisches Historienbild aus der Geschichte des Severus brachte ihm zwar die Mitgliedschaft der Akademie, der Gegenstand war aber seinem natürlichen Talent nicht entsprechend. In der Folge nahm er die Motive zu seinen Bildern häufig aus dem Familienleben des bürgerlichen Mittelstandes. Andere Bilder enthalten Darstellungen von Beschäftigungen und Vorfällen des häuslichen und geselligen Verkehrs der untern Volksklassen; dazu kommen noch eine große Anzahl schöner Porträts, viele gefällige Köpfe und Brustbilder junger Frauen und Mädchen, wie das prächtige Mädchenbild im berliner Museum. G. starb 21. März 1805 zu Paris. Seine Gemälde sind meist durch Kupferstiche bekannt, von denen angeführt zu werden verdienen unter den Genrebildern: Paccordée de village, le paralytique, la lecture de la Sainte-Bible, la dame bienfaisante, le donner de chapelets, le gäteau des rois, le fils ingrat und le fils puni, zwei Seitenstücke; unter den Einzelfiguren: la cruche cassée, la prière du matin, la jeune sille au chien, la belle laitière, la pleureuse d'oiseau, Poffronde à l'amour. Die geschätztesten Stiche nach G. lieferten Massard, Gaillard, Flippart, Levasseur und Porporati.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 345Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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