Gonne (hri tian Friedr.), Maler, geb. zu Dresden 30. Mai 1813, Sohn eines Arztes und ursprünglich für denselben Beruf bestimmt, erhielt demgemäß seine Ausbildung auf dem Gymnasium und der chirurgisch-mediz. Akademie bis zum J. 1834. Der Widerwille gegen dieses Studium brachte G., welcher seit früher Jugend Neigung zum künstlerischen Schaffen hatte, dahin, sich heimlich an der Kunstakademie aufnehmen zu lassen, wo er schnelle Fortschritte machte. Seit 1837 hatte er Gelegenheit, auf weitern Reisen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Italien seinen Gesichtskreis zu erweitern, auch die Schweiz, England und Skandinavien wurden besucht. Seine ersten Bilder fanden vielen Beifall. Es waren sowohl Porträts als religiöse Gemälde; das dresdener Hoftheater schmückte er mit einem Deckenbilde. Größern Erfolg hatte der Künstler aber, als er sich dem Genre zuwandte, wobei er meist ernste, fast tragische Stoffe wählte und mit ergreifender Tiefe zur Darstellung zu bringen wußte. Schöpfungen dieser Art sind: der Judaskuß, Bajazzo hinter den Coulissen, verfehltes Leben, brennende Erinnerungen, der moderne Don Juan, be sonders aber sein drittes Bild: die Reue des Räubers, welches in mannigfacher Weise durch Reproduktionen verbreitet und populür wurde. In neuester Zeit wiederholte er das ursprünglich in kleinem Maßstabe gehaltene Bild größer. G. ist Professor an der Akademie zu Dresden. Auch als kunstphilos. Schriftsteller hat sich G. versucht (Flüchtige Blicke in Natur und Kunsto, Dresd. 1869; „Das Gleichgewicht in der Bewegunge, Dresd. 1882).