Gueérin (Christophe), franz. Kupferstecher, geb. zu Straßburg 1758, wo er auch an der Zeichenschule und als Direktor des Museums thätig war. Er wurde Mitglied der Akademie zu Paris und starb in seinem Geburtsorte 1830. Geschätzt sind seine Blätter nach Greuze, Tobias mit dem Engel nach Rafael, der Tanz der Musen nach Giulio Romano. — Sein Bruder Jean, zu Straßburg 1760 geboren, erfreute sich der Protektion der Königin Marie Antoinette, wurde aber infolge dieser Beziehungen während der Revolution zur Flucht gezwungen. Er war als Maler im Miniaturenfache, sowie als Stecher beliebt. Ein Porträt Mirabeaus lieferte er 1793. Unter dem Konsulat zurückgekehrt, wurde er einer der geschätztesten Porträtisten als Miniaturmaler. Er starb zu Hornbach in Bayern 20. Sept. 1846. Sein Sohn Gabriel Christoph G., geb. 1790 in Kehl bei Straßburg, studierte unter Regnault, wurde dann der Nachfolger seines Vaters als Lehrer an der straßburger Schule. Seine Arbeiten werden vielfach mit solchen der andern G. verwechselt. Als Historienmaler folgte er der pathetisch-akademischen Manier seiner Zeit und behandelte in solchem Geiste meist klassische Stoffe, wie sein prämiiertes Hauptwerk Polynikes und Eteokles. Auch malte er Kirchenbilder, wie die Taufe Christi für die Kirche des heil. Franciscus in Paris.